12 November 2012

An die Frauenministerin (und Kinderministerin?)

Von:      Mathias Gruböck
Betreff: Väterkarenz
Datum: 12. November 2012 16:01:12 MEZ
An:        gabriele.heinisch-hosek@bka.gv.at


Sehr geehrte Frau Ministerin,

eine verstärkte Einbindung der Väter in die Kinderbetreuung und die Kinderkarenz ist nur zu unterstützen. Kinderbetreuung ist Elternsache. Ob jedoch eine Beugung der Frauen vor einem verstärkten Druck der Sozial- und Wirtschaftssysteme zur Erbringung entgeltlicher Arbeit nur als positiv für die Selbstbestimmung der Frauen gesehen werden sollte, möchte ich kritisch bezweifeln.

Die Einbindung der Väter in die Karenz jedenfalls wird solange eher schaumgebremst sein, als sich die Frauenrechtlerinnen nicht ganzheitlich zu einer Gleichberechtigung der Eltern durchringen können. Wenn in Scheidungsfällen und Obsorgethemen dann wiederum die Frauen einfach gottgegeben bessere Elternteile für das Kind sind, dann stellt sich mir die Frage warum man(n) dann sein Kind benachteiligen sollte, wenn man(n) dem Kind in der Karenz die Mutter vorenthält? Solange in Österreich keine rechtliche (de facto) Gleichheit für BEIDE Elternteile gilt, werden sich wohl kaum eingefahrene Denk- und Handlungsmuster ändern lassen. Schon alleine, dass Sie als Frauenministerin anscheinend auch für Elternthemen ALLEINE in der Regierung zuständig sind, deutet mir darauf hin, dass Sie selbst die Männer nicht als vollwertige Kindererzieher ansehen. Ich sehe jedenfalls weit und
breit keinen Vätervertreter - also sind Kinder doch nur Frauenthemen? Rollenverhalten bricht man/frau nur dann auf, wenn man das Rollendenken WIRKLICH durchgängig ändert. Nämlich beide Geschlechter GLEICHZEITIG!

Mit freundlichen Grüßen

DI Mathias Gruböck

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