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12 Mai 2017

Österreich neu

Was müsste unternommen werden um eine grundlegende Neuorganisation Österreichs im 3. Jahrtausend zu erzielen?

1.) Grundsatzabstimmung über eine weitere Föderalisierung (Kantonisierung) Österreichs oder einer Refokussierung auf eine zentrale Bundesverwaltung. Keine 10-geleisigkeiten mehr. Entweder oder, aber dann auch in voller Verantwortung. Klare Übergabe der Kompetenzen an Brüssel, die bereits beschlossen sind. Keine Doppelgeleisigkeiten der 10-geleisigkeiten.

2.) Neufassung des allgemeinen bürgerlichen Gesetzbuches. Kein weiters Drauf- und Drüberpappen von immer widersprüchlicheren Novellen. Grundlage des neuen bürgerlichen Gesetzbuches wäre die europäische Menschenrechtscharta.

3.) Das Versicherungssystem wird von einer Pflichtversicherung auf eine Versicherungspflicht mit freier Versicherungswahl geändert. Damit werden die 18 Monopole der einzelnen Versicherungen aufgelöst und es kommt zu einem Polypol der Versicherungen, in dem sich die Versicherungspflichtigen die für sie am besten passende aussuchen können.

4.) Es wird eine Sicherheitsdoktrin des Heeres und der Polizei festgeschrieben. Diese ist zu veröffentlichen. Darin werden die zu aktualisierenden Bedrohungslagen analysiert und die dazugehörigen Maßnahmen dargestellt. Jeder Aktivismus und reaktive Hysterie ist darin zu unterlassen. Ein reines weltanschauliches Veröffentlichen von Statistiken ist zu unterlassen. Eine emotionsverstärkende Doktrin in Vorwahlzeiten ist zu unterlassen.

5.) Eine strikte Trennung zwischen Legislative/Regierung und Judikative ist festzulegen. Jedweder Einfluss von politischen und wirtschaftlichen Parteien und Netzwerken auf juristische Funktionen ist zu unterbinden. Entweder durch Wahlvorgänge (Staatsanwälte, Richter) oder durch Auswahlkommissionen von zufälligen Peergruppen aus anderen Bundesländern (so irgendwie ein „Mehraugenprinzip“ ohne die Möglichkeit eines parteipolitischen Abtausches bei Besetzungen)

6.) Entwicklung eines Profils „Staatlich beeideter Gutachter“, da Gutachter dem Staat verpflichtet sein sollten und nicht einem Gericht. Zufallsauswahl von Gutachtern in Verfahren und vollkommene Trennung von Justiz (vor allem Staatsanwaltschaften) und Gutachtern.

7.) Bildungsreform durch Abschaffung von Bildungsstatistiken. Das Gute, Schöne und Wahre und die Freiheit der Lehre (incl. der Meinungsfreiheit) ist nicht über Statistiken ermittelbar. Diese Bildungsziele sind auch nicht steigerbar und daher nicht der Wachstumsneurose zu unterstellen. Verabschiedung eines Zielekataloges für Bildungseinrichtungen. Zum Beispiel, dass Schulen nur die Werkzeuge für ein erfolgreiches (Berufs)-Leben vermitteln und nicht eine beamtenverdienstschemagleiche Versicherungsgarantie für einen (finanziellen, sozialen, menschlichen, spirituellen, moralischen, kulturellen ...) Aufstieg darstellen. Eine Studie ist anzufertigen, die untersucht ob schulische Ausbildung wirklich jedwede (Lebens-)Erfahrung ersetzen kann und soll.

8.) Ein Kostensenkungsprogramm in den Verwaltungsfunktionen der Allgemeinheit ist durchzuführen. Hierbei gilt das Durchlesen und Beantworten von Katalogen des Rechnungshofes nicht als Durchführung. Ziel: minus 10 % gehen immer. Als runde Summe: -30 Milliarden Euro! Umsetzen nicht diskutieren.

(…) kann erweitert werden.

DI Mathias Gruböck                                                                                                  Baden, 12.05.2017
Unternehmens- und Organisationsberater

27 November 2016

Wahlverfehlung


Was ist eigentlich das Ziel von Demokratie? Woran gemessen ist sie die beste Art Macht auszuüben? Es ist wahrscheinlich deswegen, weil es bis dato (also vor der Etablierung von interaktiven Medien) die einzige Möglichkeit war, demjenigen oder denjenigen die glauben befähigt zu sein alle anderen zu regieren und zu steuern ein Feedback zu geben oder gar von der Macht zu verjagen.

Die Kriterien unter denen das geschieht werden von vielen der selbsternannten Machteliten dabei vollkommen falsch angenommen. Ihnen geht es immer ums Geld, um Budget um mehr Mitarbeiter in ihrem Verfügungsbereich. Mehr Geld ist mehr Macht. Was sie dabei übersehen ist, dass Geld allein nicht glücklich macht. Und letztendlich ist es das Glück, das die Menschen suchen, vermissen, verteidigen oder wollen. Dazu gehören sicherlich auch die notwendigen Ressourcen, aber viel wichtiger ist dabei die grundlegende Emotion. Brot und Spiele – das wussten schon die alten Römer, in unserer Zeit immer als eine Art Karotte für die dümmlichen Esel zur Wahlzeit verstanden. Sozusagen als primitiver Abtausch zwischen 100 € Einmalzahlung und dem „richtigen“ Kreuzerl. Die Machtstrategen verstehen das wohl falsch. Essen macht glücklich – billigst, unter Einsatz von Chemiegiften erzeugter Fraß macht nur satt. Sportereignisse und Sporterfolge geben eine Möglichkeit zur Stärkung des Gemeinschaftsgefühls und machen manchmal sogar euphorisch- glücklich. Big-Business Übertragungsrechte-Wettgeschäfte Sportprostitution erzeugt Umsätze für die Zockerpartien aber nicht lange Spaß.

Da bei den laufend von „oben“ (den Machtkaraoketechnikern in Kombination mit rückgekoppelten Medien) beflegelten Normalos irgendwie langsam das Glückseligkeitsbarometer in den Keller sinkt und die Machtelitiker dazu nur erklären, dass die Normalos das nicht verstehen, weil es aus irgendwelchen Komplexitätsgründen eben so sein müsse, schwenken unsere Führungseliten auf Plan B. Die Nummer mit der Angst. Ist das Glück einmal weg, dann kann man den Sauhaufen nur noch über die „Schwarze-Mann-Nummer“ lenken. Gute alte Kinderpädagogik. Sag schön brav Binnen-I sonst kommt der schwarze Mann! Wähl brav uns, die wir uns in der Mitte der Mitte, derart drängen, dass sogar Houdini eine Klaustrophobie aufgerissen hätte – sonst kommt der schwarze Mann. Du musst schön sprechen so wie wir es umdefinieren (also entweder hauptsächlich Denglisch oder unterprivilegierte Frauen durch die VerInnenlichung der deutschen Sprache aus dem Genderkerker retten), weil sonst kommt der schwarze Mann oder wirst gar du zum schwarzen Mann! Du musst uns glauben, dass wir nieee lügen, sondern immer nur die anderen – also die schwarzen MännerInnen. Wir müssen ganz sorgsam unsere Stimme dem Haufen da am Trog ganz in der Mitte geben, sonst kommt die Klimaerwärmung und der schwarze Mann auch noch dazu. Die Welt wie wir sie kennen wird untergehen, wenn wir als Hofer-Anhänger nicht mehr den hinteren Teil eines Hofer-LKWs meinen und der schwarze Mann kommt dann auch gleich und holt alle bösen Buben (also auch Burschen und Männer) die ja zu zwei Drittel den blauen Mann wählen. Für alle Spätgeborenen, nach dem Anschluss an Werbedeutschland und die bald 30% Österreicher, deren Muttersprache nicht Deutsch ist: Bei „uns“ (!?) hat man früher Buben zum Jungen und Burschen zu Jungs gesagt, aber je mehr wir diese Deutschnationalen verabscheuen, desto mehr deutschnational sprechen wir. Sogar die deutschnationale Phrasierung ist schon bald Leitsprache. Da setzt sich eine Frauenministerin als Abgangsgeschenk eine Änderung der Hymne in den Kopf und alle müssen mittanzen. Und denen fällt gar nicht ein wie abgehoben sie sind. Die Hymne ist ein Gemeinschaftssymbol – Änderungen haben da immer Auswirkungen. Als nächstes passt vielleicht die Farbgebung der Flagge nicht mehr, da sie ja mystisch von einem blutgetränktem Tuch in einer Schlacht um Jerusalem her stammen soll – das können einige als Anspielung an Hygieneartikel verstehen – also ändern wir die Fahne indem sie immer nur an einem blauen Schnürl aufgehängt wird?

Ihr da „oben“ macht einfach die Leute nicht sonderlich glücklich – Wutbürger nennt ihr das dann – auch wieder ein bisschen mit dem Anstrich „was will der Depperte – schleich dich zruck in dein Wohnblock“. Ihr macht uns nicht glücklich – keinerlei Visionen, keine Perspektiven nicht einmal mittelmäßige Konzepte, vielleicht ein paar globale Interessen – nur weil ihr selbst keinen Plan habt. Wir verstehen das alles nicht, das ist alles so kompliziert. Aber ihr habt es verstanden – klar, weil man durch Positionierung an einem wählbaren Listenplatz plötzlich zum Blitzgneißer wird – und überhaupt gibt’s ja den Clubzwang, wo sozusagen geballte, nahezu überirdische monochrome Schwarmintelligenz sich austoben darf.

Kleineres Übel und schon wieder die nächste „Wenn-Dann-Sonst“-Wahl – ihr wollt einfach den Grüßkasperl für euch haben. Der soll zur Mitte gehören (wobei irgendwer hat einmal behauptet VdB sei echt links gewesen – man könnte ihm bald zur Not jetzt auch den Neoliberalen Banker abkaufen) um dann die Hofräte zu ernennt und Elitenverdienstselbstauszeichnungsorden am grünen Band laufend auszuhändigen.

Hat sich schon mal jemand da oben überlegt, dass vielleicht deswegen alles sooo kompliziert ist, weil ihr auf neue Herausforderungen immer mit der Fortschreibung von Konzepten von vorgestern antwortet? Strukturreformen – Verfassungsreformen – Pensionsreformen – Föderalismusreformen – Verwaltungsreformen – da geht seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten nicht einmal nichts weiter. Eines ist mittlerweile dem naivsten Wähler wohl klar geworden: das System hat sich noch nie von innen grundsätzlich geändert. Es hat sich noch nie jemand selbst der Überflüssigkeit bezichtigt. Es hat noch nie jemand erklärt, dass man es ohne dieses oder jenes komplexe Konstrukt, auch ohne ihn, viel billiger und einfacher schaffen könnte. In der Mitte finden sich grade alle ein, die allen permanent nachweisen, warum es ohne sie nicht geht. Dieses Schicksal erfahren immer nur die Globalisierungs- und Modernisierungsverlierer. Das Blöde ist, die haben keine Angst davor, dass es nun auch mal um eure Pfründe gehen könnte. Mehr mindere Arbeit für weniger Reallohn für mehr Profit ist ok für euch. Warum nicht weniger Versorgungsposten (a la Faymann) für weniger Cliquenmitglieder wegen weniger Wählerstimmen für euch einmal? Das dürfen sie aber nicht – das ist nicht fair – das ist populistisch, rechtsradikal (also radikal nicht in eurer Mitte). Buhhuhuuu – stell dir vor wir sagen Demokratie und die wählen wirklich einmal etwas anderes als uns? Derf denn des sein? Da muss es ein Gesetz dagegen geben. Widerstand, das Volk droht mit falschen Wahlergebnissen! Die denken gar nicht an uns, also an die Macht, also den Staat! Das ist schon eine Frechheit! Gib den Orschlöchern an Hunderter, damit's wieder parieren. Wenns falsch wählen, dann muss man halt wegen Wahlverfehlung (Auswahlsverschulden) klagen. Das geht dann schneller bei unseren Staatsanwälten als die Untersuchungen jetzt wegen Wahlmanipulationen. Keiner unserer Proporz-Staatsanwälte würde Selbstmord mit Anlauf machen, selbst wenn die Indizien vom Himmel schreien würden. Nach der Wahl kann man sich ja noch immer entscheiden, wann man die Ermittlungen einstellt. Wie sollte das überhaupt gehen? Eine echte Ermittlung gegen das Innenministerium mit einer Weisung des Justizministers? Für wie deppert halten die die Leute? Für sehr deppert! – wie im Fall Lucona – da hatten sie ja auch den Journalisten mit der Stapo bedroht und der Innenminister hat die Akten verschwinden lassen oder gleich gefälscht. War auch nur Schlamperei damals.

DI Mathias Gruböck                                                                                            Baden, 27.11.2016
Unternehmens- und Organisationsberater

15 August 2016

Gut gewedelt

http://diepresse.com/home/meinung/quergeschrieben/annelieserohrer/5068208/Die-tote-Stadt_Wie-die-OVP-die-Waehler-und-die-Wirtschaft-quaelt


Motte Allerechtevorbehalten
Motte Allerechtevorbehalten Es gibt in sehr vielen Ländern der Welt radikal einfache Geschäftsmodelle: Da gibt es einen Wirtn und einen Kunden, die tauschen Geld gegen ein Essen oder etwas zu tinken. Dann kommt die Allgemeinheit und will ihren Anteil an diesem Geschäft, da sie ja für augebildete Mitarbeiter, Sicherheit, Gesundheit und Transportwege sorgt. Und dann schickt die Allgemeinheit noch eine eigene Kaste, den beamteten Kontrolleur ins Rennen. Die Schützen einfach alle vor allem. Lärm, Wucher, Salmonellen, Terroristen, Sonne, Rauch, zweilagigem Klopapier, zu viel Arbeite, zu wenig Arbeit, Luftverschmutzung, Nitritbelastung, Glyphosatbelastung (weniger), Nachtruhe, Morgenruhe, Mittagsruhe, Dazwischenruhe, Radfahrern, Rollerfahrern, Skateboardfahrern, Kopftuchträgern (und innen) uvam. In Wirklichkeit ist das ursächliche Geschäft schon lange sekundär geworden - die legistischen/formalen Aktivitäten um eine einzelne Geschäftsaktivität herum werden bald zum eigentlichen Hauptzweck. Deswegen ist eine Verwaltungsreform schlicht unmöglich - es würde die Sinnhaftigkeit von 2/3 der Dienstleistungen und Verwaltungstätigkeiten in Frage stellen. Also mit der fehlenden Sinnhaftigkeit können die Verwalter ganz ordentlich leben aber nicht mit der Infragestellung dieser. Irgendwann wird die ursächliche Geschäftsaktivität einfach makroökonomisch sinnlos - da deren subjektiver Mehrwert nicht den hypertrophen Umfeldaufwand trägt noch rechtfertigt.Wir in Österreich haben einen zu großen Schwanz - der mit einem immer kleineren Hund wedelt. Mit so einem großen Schwanz ist das Apportieren der Jagdbeute einfach nicht mehr möglich. Wir in Österreich haben bald die Größten und die sind definitiv gestellt :-)
 
DI Mathias Gruböck                                                                                         Baden, 15.08.2016
Unternehmens- und Organisationsberater