Posts mit dem Label Strukturreform werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Strukturreform werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

12 Mai 2017

Österreich neu

Was müsste unternommen werden um eine grundlegende Neuorganisation Österreichs im 3. Jahrtausend zu erzielen?

1.) Grundsatzabstimmung über eine weitere Föderalisierung (Kantonisierung) Österreichs oder einer Refokussierung auf eine zentrale Bundesverwaltung. Keine 10-geleisigkeiten mehr. Entweder oder, aber dann auch in voller Verantwortung. Klare Übergabe der Kompetenzen an Brüssel, die bereits beschlossen sind. Keine Doppelgeleisigkeiten der 10-geleisigkeiten.

2.) Neufassung des allgemeinen bürgerlichen Gesetzbuches. Kein weiters Drauf- und Drüberpappen von immer widersprüchlicheren Novellen. Grundlage des neuen bürgerlichen Gesetzbuches wäre die europäische Menschenrechtscharta.

3.) Das Versicherungssystem wird von einer Pflichtversicherung auf eine Versicherungspflicht mit freier Versicherungswahl geändert. Damit werden die 18 Monopole der einzelnen Versicherungen aufgelöst und es kommt zu einem Polypol der Versicherungen, in dem sich die Versicherungspflichtigen die für sie am besten passende aussuchen können.

4.) Es wird eine Sicherheitsdoktrin des Heeres und der Polizei festgeschrieben. Diese ist zu veröffentlichen. Darin werden die zu aktualisierenden Bedrohungslagen analysiert und die dazugehörigen Maßnahmen dargestellt. Jeder Aktivismus und reaktive Hysterie ist darin zu unterlassen. Ein reines weltanschauliches Veröffentlichen von Statistiken ist zu unterlassen. Eine emotionsverstärkende Doktrin in Vorwahlzeiten ist zu unterlassen.

5.) Eine strikte Trennung zwischen Legislative/Regierung und Judikative ist festzulegen. Jedweder Einfluss von politischen und wirtschaftlichen Parteien und Netzwerken auf juristische Funktionen ist zu unterbinden. Entweder durch Wahlvorgänge (Staatsanwälte, Richter) oder durch Auswahlkommissionen von zufälligen Peergruppen aus anderen Bundesländern (so irgendwie ein „Mehraugenprinzip“ ohne die Möglichkeit eines parteipolitischen Abtausches bei Besetzungen)

6.) Entwicklung eines Profils „Staatlich beeideter Gutachter“, da Gutachter dem Staat verpflichtet sein sollten und nicht einem Gericht. Zufallsauswahl von Gutachtern in Verfahren und vollkommene Trennung von Justiz (vor allem Staatsanwaltschaften) und Gutachtern.

7.) Bildungsreform durch Abschaffung von Bildungsstatistiken. Das Gute, Schöne und Wahre und die Freiheit der Lehre (incl. der Meinungsfreiheit) ist nicht über Statistiken ermittelbar. Diese Bildungsziele sind auch nicht steigerbar und daher nicht der Wachstumsneurose zu unterstellen. Verabschiedung eines Zielekataloges für Bildungseinrichtungen. Zum Beispiel, dass Schulen nur die Werkzeuge für ein erfolgreiches (Berufs)-Leben vermitteln und nicht eine beamtenverdienstschemagleiche Versicherungsgarantie für einen (finanziellen, sozialen, menschlichen, spirituellen, moralischen, kulturellen ...) Aufstieg darstellen. Eine Studie ist anzufertigen, die untersucht ob schulische Ausbildung wirklich jedwede (Lebens-)Erfahrung ersetzen kann und soll.

8.) Ein Kostensenkungsprogramm in den Verwaltungsfunktionen der Allgemeinheit ist durchzuführen. Hierbei gilt das Durchlesen und Beantworten von Katalogen des Rechnungshofes nicht als Durchführung. Ziel: minus 10 % gehen immer. Als runde Summe: -30 Milliarden Euro! Umsetzen nicht diskutieren.

(…) kann erweitert werden.

DI Mathias Gruböck                                                                                                  Baden, 12.05.2017
Unternehmens- und Organisationsberater

27 November 2016

Wahlverfehlung


Was ist eigentlich das Ziel von Demokratie? Woran gemessen ist sie die beste Art Macht auszuüben? Es ist wahrscheinlich deswegen, weil es bis dato (also vor der Etablierung von interaktiven Medien) die einzige Möglichkeit war, demjenigen oder denjenigen die glauben befähigt zu sein alle anderen zu regieren und zu steuern ein Feedback zu geben oder gar von der Macht zu verjagen.

Die Kriterien unter denen das geschieht werden von vielen der selbsternannten Machteliten dabei vollkommen falsch angenommen. Ihnen geht es immer ums Geld, um Budget um mehr Mitarbeiter in ihrem Verfügungsbereich. Mehr Geld ist mehr Macht. Was sie dabei übersehen ist, dass Geld allein nicht glücklich macht. Und letztendlich ist es das Glück, das die Menschen suchen, vermissen, verteidigen oder wollen. Dazu gehören sicherlich auch die notwendigen Ressourcen, aber viel wichtiger ist dabei die grundlegende Emotion. Brot und Spiele – das wussten schon die alten Römer, in unserer Zeit immer als eine Art Karotte für die dümmlichen Esel zur Wahlzeit verstanden. Sozusagen als primitiver Abtausch zwischen 100 € Einmalzahlung und dem „richtigen“ Kreuzerl. Die Machtstrategen verstehen das wohl falsch. Essen macht glücklich – billigst, unter Einsatz von Chemiegiften erzeugter Fraß macht nur satt. Sportereignisse und Sporterfolge geben eine Möglichkeit zur Stärkung des Gemeinschaftsgefühls und machen manchmal sogar euphorisch- glücklich. Big-Business Übertragungsrechte-Wettgeschäfte Sportprostitution erzeugt Umsätze für die Zockerpartien aber nicht lange Spaß.

Da bei den laufend von „oben“ (den Machtkaraoketechnikern in Kombination mit rückgekoppelten Medien) beflegelten Normalos irgendwie langsam das Glückseligkeitsbarometer in den Keller sinkt und die Machtelitiker dazu nur erklären, dass die Normalos das nicht verstehen, weil es aus irgendwelchen Komplexitätsgründen eben so sein müsse, schwenken unsere Führungseliten auf Plan B. Die Nummer mit der Angst. Ist das Glück einmal weg, dann kann man den Sauhaufen nur noch über die „Schwarze-Mann-Nummer“ lenken. Gute alte Kinderpädagogik. Sag schön brav Binnen-I sonst kommt der schwarze Mann! Wähl brav uns, die wir uns in der Mitte der Mitte, derart drängen, dass sogar Houdini eine Klaustrophobie aufgerissen hätte – sonst kommt der schwarze Mann. Du musst schön sprechen so wie wir es umdefinieren (also entweder hauptsächlich Denglisch oder unterprivilegierte Frauen durch die VerInnenlichung der deutschen Sprache aus dem Genderkerker retten), weil sonst kommt der schwarze Mann oder wirst gar du zum schwarzen Mann! Du musst uns glauben, dass wir nieee lügen, sondern immer nur die anderen – also die schwarzen MännerInnen. Wir müssen ganz sorgsam unsere Stimme dem Haufen da am Trog ganz in der Mitte geben, sonst kommt die Klimaerwärmung und der schwarze Mann auch noch dazu. Die Welt wie wir sie kennen wird untergehen, wenn wir als Hofer-Anhänger nicht mehr den hinteren Teil eines Hofer-LKWs meinen und der schwarze Mann kommt dann auch gleich und holt alle bösen Buben (also auch Burschen und Männer) die ja zu zwei Drittel den blauen Mann wählen. Für alle Spätgeborenen, nach dem Anschluss an Werbedeutschland und die bald 30% Österreicher, deren Muttersprache nicht Deutsch ist: Bei „uns“ (!?) hat man früher Buben zum Jungen und Burschen zu Jungs gesagt, aber je mehr wir diese Deutschnationalen verabscheuen, desto mehr deutschnational sprechen wir. Sogar die deutschnationale Phrasierung ist schon bald Leitsprache. Da setzt sich eine Frauenministerin als Abgangsgeschenk eine Änderung der Hymne in den Kopf und alle müssen mittanzen. Und denen fällt gar nicht ein wie abgehoben sie sind. Die Hymne ist ein Gemeinschaftssymbol – Änderungen haben da immer Auswirkungen. Als nächstes passt vielleicht die Farbgebung der Flagge nicht mehr, da sie ja mystisch von einem blutgetränktem Tuch in einer Schlacht um Jerusalem her stammen soll – das können einige als Anspielung an Hygieneartikel verstehen – also ändern wir die Fahne indem sie immer nur an einem blauen Schnürl aufgehängt wird?

Ihr da „oben“ macht einfach die Leute nicht sonderlich glücklich – Wutbürger nennt ihr das dann – auch wieder ein bisschen mit dem Anstrich „was will der Depperte – schleich dich zruck in dein Wohnblock“. Ihr macht uns nicht glücklich – keinerlei Visionen, keine Perspektiven nicht einmal mittelmäßige Konzepte, vielleicht ein paar globale Interessen – nur weil ihr selbst keinen Plan habt. Wir verstehen das alles nicht, das ist alles so kompliziert. Aber ihr habt es verstanden – klar, weil man durch Positionierung an einem wählbaren Listenplatz plötzlich zum Blitzgneißer wird – und überhaupt gibt’s ja den Clubzwang, wo sozusagen geballte, nahezu überirdische monochrome Schwarmintelligenz sich austoben darf.

Kleineres Übel und schon wieder die nächste „Wenn-Dann-Sonst“-Wahl – ihr wollt einfach den Grüßkasperl für euch haben. Der soll zur Mitte gehören (wobei irgendwer hat einmal behauptet VdB sei echt links gewesen – man könnte ihm bald zur Not jetzt auch den Neoliberalen Banker abkaufen) um dann die Hofräte zu ernennt und Elitenverdienstselbstauszeichnungsorden am grünen Band laufend auszuhändigen.

Hat sich schon mal jemand da oben überlegt, dass vielleicht deswegen alles sooo kompliziert ist, weil ihr auf neue Herausforderungen immer mit der Fortschreibung von Konzepten von vorgestern antwortet? Strukturreformen – Verfassungsreformen – Pensionsreformen – Föderalismusreformen – Verwaltungsreformen – da geht seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten nicht einmal nichts weiter. Eines ist mittlerweile dem naivsten Wähler wohl klar geworden: das System hat sich noch nie von innen grundsätzlich geändert. Es hat sich noch nie jemand selbst der Überflüssigkeit bezichtigt. Es hat noch nie jemand erklärt, dass man es ohne dieses oder jenes komplexe Konstrukt, auch ohne ihn, viel billiger und einfacher schaffen könnte. In der Mitte finden sich grade alle ein, die allen permanent nachweisen, warum es ohne sie nicht geht. Dieses Schicksal erfahren immer nur die Globalisierungs- und Modernisierungsverlierer. Das Blöde ist, die haben keine Angst davor, dass es nun auch mal um eure Pfründe gehen könnte. Mehr mindere Arbeit für weniger Reallohn für mehr Profit ist ok für euch. Warum nicht weniger Versorgungsposten (a la Faymann) für weniger Cliquenmitglieder wegen weniger Wählerstimmen für euch einmal? Das dürfen sie aber nicht – das ist nicht fair – das ist populistisch, rechtsradikal (also radikal nicht in eurer Mitte). Buhhuhuuu – stell dir vor wir sagen Demokratie und die wählen wirklich einmal etwas anderes als uns? Derf denn des sein? Da muss es ein Gesetz dagegen geben. Widerstand, das Volk droht mit falschen Wahlergebnissen! Die denken gar nicht an uns, also an die Macht, also den Staat! Das ist schon eine Frechheit! Gib den Orschlöchern an Hunderter, damit's wieder parieren. Wenns falsch wählen, dann muss man halt wegen Wahlverfehlung (Auswahlsverschulden) klagen. Das geht dann schneller bei unseren Staatsanwälten als die Untersuchungen jetzt wegen Wahlmanipulationen. Keiner unserer Proporz-Staatsanwälte würde Selbstmord mit Anlauf machen, selbst wenn die Indizien vom Himmel schreien würden. Nach der Wahl kann man sich ja noch immer entscheiden, wann man die Ermittlungen einstellt. Wie sollte das überhaupt gehen? Eine echte Ermittlung gegen das Innenministerium mit einer Weisung des Justizministers? Für wie deppert halten die die Leute? Für sehr deppert! – wie im Fall Lucona – da hatten sie ja auch den Journalisten mit der Stapo bedroht und der Innenminister hat die Akten verschwinden lassen oder gleich gefälscht. War auch nur Schlamperei damals.

DI Mathias Gruböck                                                                                            Baden, 27.11.2016
Unternehmens- und Organisationsberater

12 Juni 2016

Heil Kammer


Motte Allerechtevorbehalten
Motte Allerechtevorbehalten Ich bin mir aber nicht sicher ob die AK den Satz "Wir sind auf ihrer (also deren) Seite" oder "Ihrer Seite (FB-Seite?)" propagieren. Ein groß gesprochenes I gibt es eben noch nicht :-) In meinem einzigen Kontakt mit der AK mussten die, in einer herrschaftlichen Villa in einer der teuersten Realitätenstandorten Österreichs residierenden Schlapfenträger (so ca. um 9.47 Uhr schleppten sich die ersten AK-ler (AK47) mit einem Kaffee bewaffnet aus der Patschenverwahrungskammer) erst einmal überlegen ob sie für Mich (also Sie und nicht sie) zuständig wären. Für meine AK-Umlage haben sie sich jedenfalls zuständig gefühlt. Für die Reißfestigkeit meines Klopapiers als Funktion des Preises und der Lagenzahl auch. Chemische Rückstände in Badeschlapfen aus fremdländischen Produktionen sind überhaupt ein Hauptfokus dieser strengen Kammerjäger. Das österreichische Staatswappen hält ja die Stände fest in den Fängen - den Kammerhammer und die WK-Erntesichel. Jedes Aufbegehren dagegen ist eine Destabilisierung der verfassungsgemäßen Ordnung und wird von BvT und Verfassungsschutz überwachtend verfolgt. Widerstand gegen die Staatskammergewalt wird mit Bildung einer proportionalen Organisation bedroht. Als nächstes kommen noch Leute und behaupten die Welt sei eine Kugel! Die einzige Wahrheit ist: Die welt ist eine Kammer! Jeder etwas anderes behauptet wird behauptet. Heil Kammer, wobei das schon wieder fast nach Gasteiner Bergstollen klingt :-)
 
DI Mathias Gruböck                                                      Baden, 12.06.2016
Unternehmens- und Organisationsberater

09 Juni 2016

Hilfe - die machen wie immer!


 Motte Allerechtevorbehalten Herr Strolz, bitte jetzt ned so tun als ob man überrascht wäre - selbst bei der Zusammenrottung der Machtpächter bei der BP Wahl dabei und dann so zu tun als ob die Regierungsparteien IRGENDETWAS ändern wollten oder gar ein I-Tüpfelchen von ihrer Macht abgeben, [jemand der daran noch glaubt,] der sollte wieder in eine Regierungspartei wechseln und sich nicht als Opposition gerieren. Sorry, diese gekünstelte Aufregung ist derart realtitätsverwerigernd, dass es einem Angst und Bange wird. Hallo - Österreich! Nach wie vor die gleichen Seilschaften in allen Ämter, Behörden und Justizen wie seit 70 Jahren - WARUM sollten die Machtbewahrerparteien IRGENDETWAS ändern, wo doch alles bestens läuft?
Motte Allerechtevorbehalten
Motte Allerechtevorbehalten Solange die Lopatkas Österreich de facto regieren sollte man die Worte Demokratie, Bürgerwille oder gar Bürgervertreter nur sehr sehr sparsam Verwenden um die Zuwanderer nicht weiter zu verwirren was der großartige Unterschied zu den Politsystemen in ihren Herkunftsländern ist... provokante Behauptung: unser System bekommt nur mehr Geld auf Pump zu besseren Konditionen als diese Länder
 
DI Mathias Gruböck                                                   Baden, 09.06.2016
Unternehmens- und Organisationsberater

27 April 2016

Wenn der Kaiser das wüsst'


Eine Milliarde für Bildung, eine 1,6 Milliarden für das Heer, eine Milliarde da eine Milliarde dort. Was ist da eigentlich mit dem Budget und der Verschuldungsrate? Ein Ausgabenziel gilt normaler Weise auch bei Schlechtwetter und wenn es im April schneit. Jetzt wird ja sogar TTIP vom deutschen Wirtschaftsminister Gabriel mit der Sorge um das zukünfitige Wohlergehen unsere Kinder und Enkel verkauft. Wie steht es eigentlich da mit einem immer mehr anwachsenden Schuldenberg? Klar ist der Trick mit massiver Zuwanderung, damit die pro Kopf-Verschuldung wieder sinkt lustig aber nicht wirklich abendfüllend. Frisches Geld wird durch frische Bevölkerung gerechtfertigt - das ist ein Wirtschaftsaufschwüngchen, dass man einfacher auch haben hätte können - einfach auf Pump die Sozialleistungen für die Österreicher hinaufschrauben - ah, das geht nicht, da die alle immer in den Süden fliegen um das Geld dann wieder auf den Kopf zu hauen. Flüchtlinge als die, steuerlich gesehen, besseren Staatsbürger (in spe). Nur, dass das auch auf Dauer nichts hilft gegen die steigende strukturelle Belastung von selbständiger und produktiver Erwerbstätigkeit durch Overheadkosten. Zu viele geschützte Werkstätten, die selbstreferentielle Leistungen erbringen. Langsam aber sicher bleibt das perpetuum mobile proportius dualis stehen. Alle Puffer aufgebraucht und keinerlei Strategie zum Systemchange erkennbar. Mehr vom Gleichen. Ist ja eh wurscht ob man mit 80, 90 oder 120 gegen die Mauer donnert. (%Verschuldung vom BIP) 

Die Regierung argumentiert wie ein Bauer, dessen Ertrag immer weniger wird, da er immer mehr anschreiben muss um die Altlasten zu bedienen. Und dann gab es auch noch Hagel und Trockenheit. Also man kann nichts dafür. Sozusagen. Relaunch, Restart, aber jetzt richtig, Anlauf, und hopp - während die Latte immer höher wandert. Das System Österreich funktioniert nicht mehr, es wird immer mehr verspielt. Alle glauben irgendetwas aus der Nazizeit gelernt zu haben, während viele Strukturen im Geiste noch in der Monarchie stecken. Jetzt eben kein Kaiserreich mehr sondern maximal ein paar Fürstentümer. Wenn das der Kaiser wüsste!

DI Mathias Gruböck                                                         Nondorf, 27.04.2016
Unternehmens- und Organisationsberater

20 April 2016

Nur sieben Prozent





Motte Allerechtevorbehalten Wie wertet man die Bildung der Eltern aus? Wie schaut es mit Stiefeltern oder Patchwork aus? Bei "Akademikereltern" machen mehr als die Hälfte der Kinder einen Bildungsabstieg. (fast 3 % nur Pflichtschulabschluss) wohingegen über 75% mit "Pflichtschuleltern" einen Bildungsaufstieg erzielen. Den größten Einfluss auf Bildungsentwicklung hat offenbar die gesprochene Umgangssprache. Zusätzlich sind Analysen von statistischen Befragungen mit einem Bildungsideal einer 100% Akademikerquote einer Gesellschaft mehr als polemisch. Alleine die angegebenen Daten widerlegen, wie immer fragwürdig, die, anscheinend weltanschauliche Privatmeinung des Herrn Redakteur Wolf, die (Aus)Bildung der Eltern wird signifikant nicht weitervererbt. Dies ansteigend mit steigendem Bildungsniveau der Eltern.

"Nur" sieben Prozent der ehemaligen Kinder (heute 25-44 jährigen - die also in den 70er bis den 90er-Jahren in die (Pflicht-)Schule gingen) mit Eltern die (beide?) "nur" Pflichtschulabschlüsse hatten (oder sind es nur die staatlich geförderten alleinerziehenden Mütter - oder die 50%-60% Scheidungskinder?) haben einen akademischen Abschluss geschafft! Wenn man dieser Zahl von 7% eine damalige Akademikerquote in Österreich von ungefähr 8% der Bevölkerung entgegenhält, dann ist das faste ein Gütesiegel für die Schulausbildung und Chancengleichheit. Es würde bedeuten, dass ein akademischer Abschluss unabhängig von der sozialen Herkunft fast gleichwahrscheinlich ist (war)! Bravo Österreich - bravo österreichisches Schulsystem!

Jetzt gibt es aber neue Benchmarks für die Akademikerquote im Ländervergleich. Grundkonzept ist: Akademiker verdienen mehr Geld als alle anderen. Geld macht glücklich. Alle sollen glücklich sein = alle sollen Akademiker werden. Sogesehen löste das (offenbar erfolgreiche) Schulsystem zwei exogene Problemstellungen nicht mehr: Die Anhebung der Akademikerquote jenseits der eingeschwungenen Werte und die Integration von, vor allem sprachlich anders sozialisierten Kindern. Gemessen an diesen beiden Werten versagt ein, an sich über die Jahre nicht unerfolgreiches Schulsystem. 

Die Sandkastenlösungsansätze der Verantwortungsträger hierfür: Jede Kindergartenschule wird zu einem Hochschulabschluss aufgewertet und alle in die nächsthöhere Schulstufe aufsteigen zu lassen. Dies ist Schulpolitik für die Statistik - dann muss man nur noch die Statistiken so hindeichseln, dass man seinen eigenen Bildungserfolg bejubeln kann. Bildungspolitik für Papierdrescher - das hat NICHTS mit Wissensgesellschaft zu tun, das ist virtuelle Politik zum Quadrat. Des Kaisers neue Kleider für die geistigen Nackerbatzeln der Zukunft. 

Die Folge aus diesem Herumfuhrwerken: Ein Zweiklassenschulsystem so wie in anderen Bereichen auch (Medizin, Justiz usw.) Die Amerikanisierung der Ausbildung - ob dann auch immer noch 7 Prozent den Bildungsaufstieg ganz nach oben schaffen werden?

DI Mathias Gruböck                                                      Nondorf, 20.04.2016
Unternehmens- und Organisationsberater 


Armin Wolf
Armin Wolf Die Aussage, die Bildung der Eltern werde "nicht signifikant weitervererbt" ist angesichts der Daten kühn. Und ein "Bildungsaufstieg" ist bei Akademikerkindern eher schwierig, deshalb haben Sie recht: es gibt in Familien von Pflichtschulabsolventen tatsächlich mehr Bildungsaufsteiger als in Akademikerfamilien. (Das stellt jetzt natürlich alles in Frage...)
Motte Allerechtevorbehalten
Motte Allerechtevorbehalten Was genau wird da vererbt, wenn die Mutter AHS-Absolventin und der Vater Akademiker ist? Oder der Vater ist BHS-Absolvent und die Mutter hat die Pflichtschule absolviert? Wer hat dann was vererbt? Was wurde vererbt wenn in einem Doppelakademikerhaushalt ein Kind auch wieder Akademiker geworden ist und das andere Kind die Pflichtschule absolviert hat.Was wahrscheinlich signifikant über die Jahrhunderte ist, ist, dass elterliche Berufsbilder prägen. Jeder der ein mehrjäjriges Studium absolviert benötigt klare Berufsbilder um sich für den oft frustrierenden Studienalltag hinreichend zu motivieren. Vererbungslehre hat damit nichts zu tun. Mit Bildungsprägung wäre hier wohl stimmiger. Danke jedenfalls für die prompte Replik.

03 März 2016

Wir sind das EU-Volk

TTIP soll ja angeblich die Preise für Grundnahrungsmittel und Autos senken. Das heißt wir dürfen ja nicht diesen Vertrag abschließen, sonst droht dem Euro die böse, böse Deflation.

TTIP: US-Verhandler sieht Probleme mit Bezeichnungen

Herr Leitl, die KMU`s die angeblich soo tolle Chancen in den USA durch TTIP bekommen werden, werden das gleiche Schicksal aller europäischer Firmen, die sich in den 80er und 90er Jahren in den USA angesiedelt haben erleiden. Sie werden am, nichtverhandelbaren Protektionissmus der einzelnen Bundesstaaten scheitern - im Gegensatz kann ja die EU allen ihren Mitgliedstaaten wirtschaftsgesetzliche Bestimmungen aufs Auge drücken.

Das ist nicht meine EU - um mit einer Bundeskanzlerin eines Mitgliedsstaates zu sprechen. Es ist wahrlich eine Kriese, da es ganz einfach an einem mangelt: an der demokratischen Legitimation der EU. Wir sind das EU-Volk. Die EU ist eher eine dubiose Lobby-Blackbox mit Verästelungen zu einer Militärdiktatur und vollkommen nichtdemokratisch bestimmten Räten und kaum demokratisch herleitbaren Kommissaren (! alleine der Titel spricht Bände) Wir sind das EU-Volk. Wo sind da die tollen westlichen Werte die hier vorgelebt werden, was erzählen wir einem Syrienmigranteflüchtling bei der tollen Werteschulung!? Es gibt meist 2 Themen die hier angeführt werden: Schwulenrechte und Gleichstellung zwischen Mann und Frau. Alles andere ist meist überhaupt nur noch ein Wischi-Waschi. Und wenn man Frau Heinisch-Hosek lauscht, ist in unserer materichalen Rechtsordnung die Frau im Prinzip dazu verpflichtet dem Sozialsystem eine ordentliche Beschäftigungsquote zu liefern und alle Funktionen die sie möglicherweise unbezahlt für ihre Familie machen wollte an anderen Frauen zum Beiträgeboost entgeltlich auszusourcen. Teilzeit ist Scheiße für das Sozialsystem. Die Menschen sind für das Sozialsystem da und nicht umgekehrt. Abgesehen von den Beamtensystemen. 

Die EU ist eine Machtmaschine, die gegen Einwurf von großen Geldscheinen Lobbys ihre Gesetze und Regelungen auswirft und die es externen Gruppen ermöglicht die einzelnen Vertreter der Nationalstaaten gegeneinander auszuspielen. Wir sind das EU-Volk. In Wirklichkeit interessiert es einen feuchten Kehrricht was eine deutsche Bundeskanzlerin für eine Vorstellung der EU hat - in einer Demokratie zählt einzig und allein der Wunsch des Volkes. Die Krise der EU ist nicht das Flüchtlingsthema, es ist ihr demokratisches Versagen. Der Fortbestand des deutschen Länderbundes wäre gefährdet wenn einzelne Ministerpräsidenten den anderen Aufnahmequoten vorschreiben und bei nichtbefolgen dann den Finanzausgleich sperren würden.

Es kann einfach nicht sein, dass ausländische Interessen (ja, auch die USA sind Ausland und haben ANDERE Interessen als Europa - solange diese Freundschaftsschmusewelle allen glauben machen soll die USA sind vollkommen selbstlos an unserem Wirtschaftserfolg interessiert werden hier weiter die Europäer zu den weltweit führenden Netto-Zahlern der US-Defizitstrategie werden) in Europa MASSGEBLICH Politik (wirtschaft/militär/kultur) machen.

Europa ist einen Schritt vor dem Untergang - unterschreibt dieses Wirtschaftsdiktat TTIP und dann werdet ihr sehen wir die USA mit Nativ Europeans in ihren Reservaten umgeht. Europa schlingert führungslos durch die rauher werdende See. Wir sind das EU-Volk! Vielleicht schaffen es die Europäer wie die Ostdeutschen diese Stasi-Schulden-Sozialisierer auch von der Macht zu verjagen. Damit wir nicht wieder die Frage der Unrechtsregime in Europa stellen müssen.

DI Mathias Gruböck                                                               Baden, 03.03.2016                                
Unternehmens- und Organisationsberater


24 Februar 2016

Zahlenspielereien rund ums Systemversagen

http://orf.at/#/stories/2326203/

Hört doch endlich mit der Zahlenwichserei auf. Wenn eine eingewanderte Gruppe von ca. 90.000 Menschen in Österreich 5,7% der Ermittlungsvorgänge der Polizei auslöst, dann hat ein Anteil von ca. 1% der sich in Österreich aufhältigen Personen eben 5,7% der Ermittlungen ausgelöst. Das heißt aber, dass Asylwerber 5,7 mal mehr Ermittlungen hervorgerufen haben als andere in Österreich aufhältige Personen. Auch ist eine Steigerung von 4,1 auf 5,7 Prozent nicht nichts. Wenn wir eine 28% Steigerung eines Wirtschaftsparameters hätten würden schon alle jubilieren. Nebenbei haben wir 2015 mehr als 1 Million Menschen durch unser Land gelassen ohne sie zu erfassen - die Tonnen an Kalaschnikows und Drogen die hier durchgeschleust werden hätten können, kann auch keiner feststellen, da wenn niemand erfasst wurde auch kein Verfahren gegen einen Asylwerber eröffnet werden könnte. Jetzt kommt das schon zum 2. Mal, dass man ein eklatantes Systemversagen (aus welchen Gründen auch immer) schönredet. Die Hypo und jetzt die Flüchtlingskriese haben erschreckende Missstände in der, nicht gerade billigen österreichischen Verwaltung gezeigt. Die Strukturen betteln nahezu nach Reformen und unsere Volksvertreter üben sich weiterhin in Schönsprech und Zahlenakrobatik. Wo sind die unparteilichen (!) Audits dieser Strukturen denen dann auch wirkliche Lösungsmaßnahmen folgen. In 2 Jahren wird dann wieder ein Rechnungshofbericht erscheinen, den Finanzlandesräte und andere Verantwortungsträger milde lächelnd am Klo aufbrauchen. Der Reformstau reicht schon die gesamte Balkanroute hinunter, wenn wir ihn physisch einsetzen könnten, dann käme kein einziger Flüchtling mehr durch. Peinlich ist wirklich wenn man vor Wahlen dem werten Publikum noch versucht weiszumachen, dass das Systemversagen eigentlich die Strategie war. Und Griechenland ist überhaupt schuld an allem, gefolgt von der EU.

DI Mathias Gruböck                                                                    Baden, 24.02.2016
Unternehmens- und Organisationsberater