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16 April 2016

NLP Aufdeckung

Bezieht sich Coaching nicht auf die aktuelle Unterstützung in einem Wahlkampf - also ich will diese knallharte aufdeckungsjournalistische Nachweisführung nicht unterminieren - aber kann man in dieser Gerichtssitzung vielleicht einräumen, dass der eine gemeint hat, dass er im aktuellen Wahlkampf auf "bewusst auf Coaching" verzichtet hätte, er aber als Politiker schon so jede Rethorik und Medienarbeitsschulung durchlaufen hat, die es gibt? Vielleicht sollten mal die rotgefärbten Freunde der Wahrheitssuche den medialen Ansatz verstehen, dass man, wenn man lange genug als Regierungspartie und Meinungsführer auf eine ungeliebte oppositionelle Gruppe mit allen Mitteln draufhaut und diese Partie gewinnt jedesmal dazu, man selbts als Führungskraft vollkommen unglaubwürdig wird und nur noch reaktiv (getrieben) erscheint. Eine politische Agitation aus der Stärke heraus schaut anders aus. Das kommt beim Wähler sehr schwach an - und man muss schon sagen, dass man als gelernter Österreicher Herrn Wolf, Frau Pawlizki und Konsorten zu den Wahlhelfern der roten Reichshälfte zählt. Opposition gegen Oppostionelle überzeugt über Jahre nicht, dass man die Themenführerschaft hat. Das deutet eher auf Angst gefolgt von Verteidigungshaltungen hin. Abwehrkampf aus der Regierungsmachtrolle sozusagen - DAS ist inkonsistent, nicht ob der Herr Hofer je eine NLP-Schulung besucht hat oder nicht. Früher war es der SPÖ vollkommen egal ob ein Koalitionspartner Friedrich Peter Offizier bei der Waffen-SS war oder nicht. Damals hieß die SPÖ aber auch noch Sozialistische Partei Österreichs und hatte ein Programm wie man das Land verändern will. Gestalten. Da hatte man auch noch eine klare Ideologie und Visionen. 
DI Mathias Gruböck                                                        Nondorf, 16.04.2016
Unternehmens- und Organisationsberater

11 April 2016

ORF-Proporzpressestelle



Der ORF hat ein Problem. Er ist das durch die Regierungsparteien kontrollierte Staatsmedium, das das gleiche Schicksal erfährt wie die beiden Regierungsparteien. Keine neuen Ideen, keine Unabhängigkeit, keine Entwicklung – Karankschrumpfen. Jetzt ist man als gelernter Österreicher ja nicht wirklich überrascht wenn die beiden Parteisekretariate, in guter alter Zweiparteienalleinherrschaft, die Fragen ihrer ORF-Anchorfrauen und -männer vorgeben um oppositionelle Wahlwerber zu diskreditieren, jedoch dürfte es den beiden Dauerschrumpfsystemparteien langsam ans Eingemachte gehen.



Wenn man in der Pressestunde mit Herrn Hofer, immerhin 3. Nationalratspräsident, nicht wusste welcher Partei die Redakteuerin Frau Pawlitzki angehört, man konnte es nach der „unabhängigen“ Pressestunde am Sonntag so leicht angeben, wie eine 5000.- Euro-SMS Frage im deutschen Privatfernsehen. Es regt auch gar nicht sonderlich auf, wenn der Wahlkandidat angibt, dass er Unterlagen hätte in denen die SPÖ in jahrzehntelanger Tradition die Diffamierungspunkte für die Wahlkonkurrenten „ihren“ ORF-Journalisten durchgegeben hätten. Wenn ein Baumeister Lugner Kinokarten für Unterstützungserklärungen vergibt, wird sofort Wahlbetrug durch die einschlägig vernetzten Politberater im ORF verkündet. Verletzungen des Objektivitätsgebotes (was in der Proporzsystemsprache einfach als ein Ausgleich zwischen Rot und Schwarz definiert wird, also das Objektivitätsgebot) sind ein Hobbysport für Journalistinnen, deren permanente Selbstdarstellung nicht einmal in der Steinfelder-Rundschau irgendjemanden interessieren würden. Frau Pawlitzki, das kleine Ich-bin-Ich der öffentlich rechtlichen Pressestunde-Meinungsabgabe zündete aber noch einmal die 2. Stufe des Politjournalismus. Einen Wortanteil, der fast dem des Interviewten gleichkam, laufenden Meinungsabgaben in der „Ich-Form“, Argumentationduelle und laufende Unterbrechungen des Befragten Bundespräsidentschaftskandidaten Hofer, ließen sogar den Krone-Redakteur peinlich berührt nur noch kleinlaut Fragen stellend zurück.



Das der ORF eine elendigliche Spielwiese der meinungsbildenden Regierungsparteisekretariate ist, ist weder neu noch regt es irgendwen in Österreich sonderlich auf. Da regt es sogar schon mehr auf, wenn in Ungarn der gleiche Zugang für Staatsmedien gewählt wird, wie in Österreich – da ortet dann die gesamte EU sofort totalitäre Tendenzen in Ungarn. Auch in anderen Ländern nehmen die Machtparteien Einfluss zumindest auf die staatsnahen Medien. Nur, warum muss man das derart letztklassig machen wie eine Pressestunde mit einer Frau Pawlizki, die in der Form einer spätpubertierenden Klassensprecherin offenbar glaubt irgendwen interessiere ihre Meinung. Vielleicht wäre da doch einmal eine Nachschulung in den Grundlagen des Journalismus und den Interviewtechniken angesagt Frau Pawlitzki – wir zahlen diese Zwangsbeiträge um sie für ihre journalistische Leistungen, die in keiner Schülerzeitung angenommen werden würden, mit 15+ Gehältern zu vergüten. Aufgabenbeschreibung: Moderator: Lenkt eine Fragerunde über die relevanten Themengebiete, schaut, dass es kein Ausufern oder Versanden über die Themenvielfalt hinweg gibt. Fragesteller (neudeutsch Interviewer): stellt fürs Thema relevante Fragen ohne Antworten zu geben. Trifft auch keine Feststellungen oder erklärt seine/ihre eigene Meinung (die NIEMANDEN interessiert), hat auch nicht die Antwort des Befragten in irgendeiner Weise zu werten, kann gegebenen falls aber nachfragen um eine detailliertere Klärung zu erlangen (Ausnahme dummdreist-provokative Fragen wie: Warum sind sie nicht in einer schlagenden Verbindung? Sind sie nicht mutig genug?). Der oder die Fragenstellerin ist zu keiner Zeit auserkoren eine Richterposition einzunehmen oder in einer ähnlichen, selbsternannten Amtsanmaßung zu fungieren. Auch nicht wenn man von Parteisekretariaten entsandt, aufgehußt, bezahlt (über nepotistische Postenvergaben) oder sonstetwas wurde.



Wird auch langsam Zeit, dass in Österreich, 25 Jahre nach dem Fall des eisernen Vorhanges das Zweiparteien-Proporz-Machtsystem fällt. Weg mit diesem Filz. Der Unterschied zu einem Einparteiensystem ist, dass man sich anfangs einmal zwischen zwei Farben entscheiden kann. Ein duales Einparteiensystem. Weg damit. Das ist nicht reformierbar und hat keine Zukunft. Nur Schulden. Der ORF, die teuerste Art der, über Steuern und vom Bürger bezahlten Parteisekretariats – Pressestellen. Wer hat die eigentlich bestellt?



DI Mathias Gruböck                                                        Nondorf, 11.04.2016

Unternehmens- und Organisationsberater


Aufregung ist eine Tochter der Zeit Griss darf, was Haider nie durfte

 
Sehr geehrte Frau Rohrer,
 
Warum darf Frau Griess das was Haider nie durfte? Die veröffentlichte Meinung erlaubt Frau Griss eine eigene Meinung, die zuvor aufs Minimum verkürzt abgefragt wird. Da existieren ungeschriebene Gesetze und Guidelines was man sagen darf und was man nicht meinen darf. Klassisches Beispiel - haben sie BP Waldheim gewählt? Zwischenzeitlich gibt es schon Generationen von Wählern, die nicht einmal wissen worum es ging - außer, dass man nicht Waldheim wählen hatte dürfen. Der war nämlich ein Nazi, hat SA-Pferde geritten und war überhaupt schon als 19 jähriger so etwas wie die graue Eminenz im 3. Reich. Wenn man also Herrn BP Waldheim gewählt hat, dann ist man im Prinzip so etwas wie ein Neonazi und heutzutage würde man ein Verfahren wegen Wiederbetätigung bekommen. Das ist im Prinzip ein seichtes Spiel: Die "progressiven" Medien fragen einfach all die Themen ab, die man entweder so beantworten muss wie sie es vorgeben oder man bekommt einen schwarzen Punkt auf der Skala - Nicht-Vergangenheitsbewältiger, Opfertheoretiker, Relativierer, Ewiggestriger, Rechter als die Presse erlaubt, Neorechtsaußen usw.
 
In Wirklichkeit ist das laaaaangweilig. Das wurde jetzt schon mit jedem Kandidaten der nicht links von der Mitte eingeschätzt wird durchexerziert. Es ist ja schon fast fahrlässig wie sich die Presse und die Medien gebetsmühlenartig bei jeder Wahl thematisch in die Vergangenheit bewegen als ob es keine aktuellen Problemstellungen gäbe. Das ist ein ganz einfacher Trick um Kandidaten und Wähler mit Themen zu beschäftigen, die alles nur nicht aktuell sind. Und sie haben Recht Frau Rohrer, es gibt neben den Journalisten auch gleich die Berater, bei denen man sich als Kandidat den fixfertigen Antwortkatalog auf alles und jedes kaufen kann. Das einzige was man da machen muss ist keine eigene Meinung zu haben und möglichst die abgeprüften, erwarteten Antworten abgeben. Das ist eben das was die Wähler in Wirklichkeit aufregt - es interessiert niemand eine Wahl zwischen den schöneren Worthülsen von Ghostwrightern. Und die wirklichen Lösungen bieten die Polit-Berater ja auch nicht an, sonst könnten sie ja gleich selbst zur Wahl antreten.
 
Das was wirklich aufregt ist das gewohnte, einlullende Worthülsenscrabble. Bitte, bitte lieber Gott der Demokratie, bitte EINMAL in 75 Jahren etwas Anderes. Bitte. Einmal im Leben erleben dürfen, dass es eine demokratische Wahl gibt und es gibt wirklich einen Macht-Wechsel. Nicht immer das Zweiheitsparteienringelspiel. Warum regt das KEINEN Journalisten auf, dass das Innenministerium schon fast eine monarchistische Erbpacht der ÖVPNÖ ist? Ah das ist ja "normal" - dann regt mich die Normalität von Frau Griss schon gar nicht auf.
 
DI Mathias Gruböck                                                                                         Nondorf, 09.04.2016
Unternehmens- und Organisationsberater

06 April 2016

Van der Bellen

Wer die Gelegenheit hatte Herrn Prof. Van der Bellen bei der Sternfahrt mit Herrn Stettele zu erleben, war wahrscheinlich von seiner Abgeklärtheit, die fast an Phlegma grenzte und seinem sparsamen Einsatz von Worten entweder entzückt oder abgeschreckt. Jedenfalls geht seine Unaufgeregtheit in der grünen Tagespolitik ab.

Aufhorchen musste man als Betrachter dieses Formates, als Hanno Settele Herrn Van der Bellen dazu befragte, was er davon hielte, dass es in Wien schon viele Schulklassen gäbe, die zu über 90% von Kindern nichtdeutscher Muttersprache besucht würden. Eher defaitistisch antwortete Herr Van der Bellen dazu, dass das früher auch schon so gewesen sei, als in Wien die eine Hälfte der Kinder aus Ex-Yougoslavien und die andere Hälfte aus der Ex-Türkei (?) gekommen seien. 

Spannend wäre hier ein Gedankenexperiment: Es läuft weiter so gut für die Türkei mit ihrem Hardcore-Kampfkurs und sie würde in die EU hineingepresst. Damit könnte man auf Gemeindeebene auch als Türke wählen. Jetzt wäre es höchstwahrscheinlich, dass ein Gemeinderatskandidat Erdogan um Eckhäuser mehr Stimmen bekommen würde als die Frau Vassiliakou. Ob da die Grünen noch immer so locker blieben? Also bei Wahlwerbeveranstaltungen in Wien hat Herr Erdogan schon lange eine volle Stadthallen oder war sie gar 2 mal ausverkauft?

DI Mathias Gruböck                                                        Nondorf, 06.04.2016
Unternehmens- und Organisationsberater