14 November 2013

Bis ins Grab schweigen


Kurz vor seinem geplanten Rückkehr zum GCHQ im September 2010 und nach seiner Rückkunft aus den USA wird Gareth ermordet aufgefunden. Verpackt und abgesperrt in einem Rucksack in einem Badezimmer. Der Rucksack der Firma North Face war rot.




Der gute Gareth war ein begnadeter Mathematiker. Mathematik basiert auf Axiomen. Es wurden 400 Versuche unternommen sich selbst in diesem Rucksack reinzuzwängen und diesen dann zu verschließen. 0 (Null) Mal gelang dieses Ansinnen. Bei einer Versuchswiederholung von 400 eine 100% Versagen im angeblich einzig möglichen „Unfallhergang“ - also ein Bondagebesessener  schließt sich selbst in diesem Rucksack ein und stirbt dann an einer Todesursache, die bis jetzt nicht geklärt werden konnte – ergibt so etwas wie eine sehr wahrscheinliche Grundannahme oder Axiom: Der gute Gareth konnte sich nicht selbst in diesen Rucksack befördert haben. Nebenbei wurden die Bondagegerüchte gezielt gestreut, da Computereinträge eines Geheimdienst-Systemspezialisten sicherlich von jedem einsehbar sind. Nebenbei befand sich der hochintelligente Gareth in einem Umfeld wo er sicherlich im Internet seinen sexuellen Vorlieben freien Raum gegeben hat, da er noch nie davon ausging, dass seine, ihn anscheinend mobbenden Kollegen bestimmt nicht ganz genau mitloggen würden.
Ein kleines Problem bringt dieses Axiom aber mit sich. Da muss es noch jemand anderen gegeben haben, der Gareth behilflich war, in den Rucksack zu kommen.

In welcher Beziehung stand Gareth zu diesem ominösen Menschen – es können natürlich auch mehrere gewesen sein. Wie müsste eine Beziehung eines sehr begabten Mathematikers gewesen sein, dass er sich nackt in seinem Badezimmer in einen Rucksack einsperren lässt, wenn er denn noch bei Sinnen war. Bewusstlos ist ja bekanntlich der Muskeltonus eines austrainierten Radfahrers (so wie sein damaliger Chef) nicht zu hinderlich beim Einpacken des Körpers. Jedenfalls lassen sich sehr wenige positive Emotionen eines derart beteiligten Zweiten (+n) gegenüber Gareth ableiten. Was hätte ein sehr wahrscheinlicher Zweiter davon, sich hier abzuplagen, dann alles sorgsam abzuwischen und zu verschwinden um Gareth in seiner misslichen Lage zu belassen? Wäre Gareth einverstanden gewesen mit dem Vorgehen, dann hätte eine massive Vertrauensbeziehung zwischen den beiden bestehen müssen.

Die Art und Weise deuten auf eine intelligente, kalte Wut des Täters hin. Trotz allem eher eine Beziehungstat, darauf deutet das sehr symbolbehaftete Setting hin. Nahezu inszeniert wirkt das ganze – so eine Art Message an jemanden Dritten. Durch das Wegsperren/Wegpacken wird Gareth auch für andere nicht erreichbar. Auf kleinsten Raum zusammengepackt könnte auch einen Versuch darstellen seine „Größe“ oder „Wichtigkeit“ für den Täter zu verkleinern.

Passionierter Radfahrer – so wie der Chef vom SIS, Sawers. Wie wäre es mit der gefährlichsten Emotion des Menschen: Eifersucht? Oder ein Wissen soll nicht den Bereich verlassen. Ganz simple Annahme: Sex and Spy. Der Chef ist viel bei der Arbeit – und kümmert sich um die weithin bekannte Männer anziehende Mitarbeiterin. Noch dazu wo englische Dienste nach wie vor ein sehr markantes Profil der Mitarbeiter besitzt: Weiß und männlich. Und sexistische Übergriffe (sowohl homo- wie auch heterosexueller Art) kennt man ja aus den verschiedensten militärisch-dienstlichen Bereichen (USSS, US Army)

Noch nicht so schlimm, da bei der Arbeit (speziell auf Dienstreisen) einfach die physische und zeitliche Möglichkeit für ein intimes Verhältnis gegeben ist. Und Gelegenheit macht ja bekanntlich Diebe. Bei dem Umfeld in dem sich die Kollegen von Gareth aufhalten ist eine Geheimhaltung über eine sexuelle Beziehung ein Kinderspiel. Die gehörnte Ehefrau des Chefs rächt sich auf ihre Art und Weise. Sie veröffentlicht ein paar halbnackte Fotos ihres fremdgehenden Mannes, was ihm in der Branche etwas sehr in Bedrängnis bringt. Aber auch das kann man sicherlich managen. Eines ist jedoch sicher. Niemand mag die Bettgenossin des Chefs. Das ist ein zu direkter Zugang zum Chef, der die Neider und Wadlbeißer auf den Plan ruft. Wie der Zufall so spielt, tauchen plötzlich Gerüchte auf, dass die Mitarbeiterin noch wo ganz anders mitarbeitet. Und bald lassen sich die Gerüchte gar nicht mehr eindämmen. Wie man beim ehemaligen Chef des CIA lernen konnte, kann so eine Weibergschicht einem gestandenen Militär oder Geheimdienstler am schnellsten das Genick brechen. Da muss dann gar nichts mehr nachgewiesen werden, da reichen schon die Möglichkeiten (und ein paar Mails) um eine hochrangige Sicherheitslücke zu werden. Das macht auch jeden noch so mächtigen Chef von jedem Geheimdienst ganz unlocker, wenn seine Bettgenossin oder seine Dienstreisenzeitvertreib möglicherweise auch noch andere Auftraggeber hat. Jedenfalls würde jeder Chef jetzt gut daran tun, die Bettgenossin möglichst schnell ans andere Ende der Welt zu verfrachten – aus den Augen aus dem Kreuzfeuer - eigenen Arsch gerettet. Soweit einfacher Plott.

Teure Frauenkleider wurden in der Wohnung von Gareth gefunden – was jetzt? Schwul, oder Bondage oder Transe? (Darin hat man wohl auch keine DNA gefunden?) Oder vielleicht doch einfach eine Freundin? Vielleicht sogar die gleiche auf die der Chef spitz war? Da wäre das Abpacken des Nebenbuhlers doch ein sehr schönes Zeichen an die Ex-Freundin sich möglichst zurückzuhalten, um nicht auch in einem Packerl aufzuwachen/einzuschlafen. So ein symbolischer Akt versendet sich ganz von alleine via Medien in den letzten Winkel dieses Erdballs. Sagen wir, dem guten Chef sind etwas die Hände gebunden bezüglich der Mitarbeiterin, da sie da wieder einmal ein Kind bekommen hat. Soweit geht die Unmoral des Chefs dann auch nicht, seine Mutter irgendwo im Meer versenken zu lassen. Weil was passiert da mit den Kindern, die er soooo lieb hatte? Die müsste man auch alle beseitigen – das wird dann doch schon eher so eine Art Massenmordnummer und geht sich nicht einmal mit den heutigen Terrorismusgesetzen aus.

Irgendwo endet sogar die Macht unseres Kinderliebhaber-Chefs. Ohhh – die sind doch auch herzallerliebst diese kleinen Mädchen. Very Vanny. Aber wechselwütige Nebenbuhler und präsumtive snowdenartige Aufdecker aus den eigenen Reihen packt man doch besser in die Kiste. Sicher geht da irgendein Terrorvorwurf durch, er erschreckt den Chef! Was für ein Terrorist!

Und eine, vor Schwachsinnigkeiten triefende Untersuchung, bei der die Polizei offenbar derart behindert wird, dass der Untersuchungsleiter die Flucht nach vorne antritt und als Untersuchungsergebnis das Unwahrscheinlichste verlautbart: Er hat sich alleine in einen Rucksack gesperrt, abgeschlossen und vergessen den Schlüssel parat zu halten und ist dann an einem Unfall an irgendwas, was man nicht genau feststellen kann gestorben. Noch dazu hat er selbst darauf aufgepasst, keinerlei DNA-Spuren zu hinterlassen, da dem austrainierten Radfahrer der 80x40x30 Rucksack offenbar so teuer war, dass er den Zipverschluss nicht zerstören wollte. Die Kollegen in der Firma warten auch schön eine Woche, damit die Videokamera beim Eingang zu dem Security-Save-House (?) sicher keine zweckdienlichen Bilder gespeichert hat. Mei sixst nix? Und eine ganz wichtige Geschichte ist: Tote können nicht reden.

Eigentlich stimmt so viel nicht an der Geschichte, dass man sich überlegen muss, warum die gerade jetzt wieder aufgewärmt wird. Es wirkt jedenfalls ob da irgendeine Wahrheit ans Tageslicht will, auch wenn sie sehr gut abgepackt und weggesperrt wurde.

DI Mathias Gruböck Seminyak, 14.11.2013
Unternehmens- und Organisationsberater

13 November 2013

Bis ins Grab schweigen


Kurz vor seinem geplanten Rückkehr zum GCHQ im September 2010 und nach seiner Rückkunft aus den USA wird Gareth ermordet aufgefunden. Verpackt und abgesperrt in einem Rucksack in einem Badezimmer. Der Rucksack der Firma North Face war rot.


[Foto entfernt]

Der gute Gareth war ein begnadeter Mathematiker. Mathematik basiert auf Axiomen. Es wurden 400 Versuche unternommen sich selbst in diesem Rucksack reinzuzwängen und diesen dann zu verschließen. 0 (Null) Mal gelang dieses Ansinnen. Bei einer Versuchswiederholung von 400 eine 100% Versagen im angeblich einzig möglichen „Unfallhergang“ - also ein Bondagebesessener  schließt sich selbst in diesem Rucksack ein und stirbt dann an einer Todesursache, die bis jetzt nicht geklärt werden konnte – ergibt so etwas wie eine sehr wahrscheinliche Grundannahme oder Axiom: Der gute Gareth konnte sich nicht selbst in diesen Rucksack befördert haben. Nebenbei wurden die Bondagegerüchte gezielt gestreut, da Computereinträge eines Geheimdienst-Systemspezialisten sicherlich von jedem einsehbar sind. Nebenbei befand sich der hochintelligente Gareth in einem Umfeld wo er sicherlich im Internet seinen sexuellen Vorlieben freien Raum gegeben hat, da er noch nie davon ausging, dass seine, ihn anscheinend mobbenden Kollegen bestimmt nicht ganz genau mitloggen würden.
Ein kleines Problem bringt dieses Axiom aber mit sich. Da muss es noch jemand anderen gegeben haben, der Gareth behilflich war, in den Rucksack zu kommen.

In welcher Beziehung stand Gareth zu diesem ominösen Menschen – es können natürlich auch mehrere gewesen sein. Wie müsste eine Beziehung eines sehr begabten Mathematikers gewesen sein, dass er sich nackt in seinem Badezimmer in einen Rucksack einsperren lässt, wenn er denn noch bei Sinnen war. Bewusstlos ist ja bekanntlich der Muskeltonus eines austrainierten Radfahrers (so wie sein damaliger Chef) nicht zu hinderlich beim Einpacken des Körpers. Jedenfalls lassen sich sehr wenige positive Emotionen eines derart beteiligten Zweiten (+n) gegenüber Gareth ableiten. Was hätte ein sehr wahrscheinlicher Zweiter davon, sich hier abzuplagen, dann alles sorgsam abzuwischen und zu verschwinden um Gareth in seiner misslichen Lage zu belassen? Wäre Gareth einverstanden gewesen mit dem Vorgehen, dann hätte eine massive Vertrauensbeziehung zwischen den beiden bestehen müssen.

Die Art und Weise deuten auf eine intelligente, kalte Wut des Täters hin. Trotz allem eher eine Beziehungstat, darauf deutet das sehr symbolbehaftete Setting hin. Nahezu inszeniert wirkt das ganze – so eine Art Message an jemanden Dritten. Durch das Wegsperren/Wegpacken wird Gareth auch für andere nicht erreichbar. Auf kleinsten Raum zusammengepackt könnte auch einen Versuch darstellen seine „Größe“ oder „Wichtigkeit“ für den Täter zu verkleinern.

Passionierter Radfahrer – so wie der Chef vom SIS, Sawers. Wie wäre es mit der gefährlichsten Emotion des Menschen: Eifersucht? Oder ein Wissen soll nicht den Bereich verlassen. Ganz simple Annahme: Sex and Spy. Der Chef ist viel bei der Arbeit – und kümmert sich um die weithin bekannte Männer anziehende Mitarbeiterin. Noch dazu wo englische Dienste nach wie vor ein sehr markantes Profil der Mitarbeiter besitzt: Weiß und männlich. Und sexistische Übergriffe (sowohl homo- wie auch heterosexueller Art) kennt man ja aus den verschiedensten militärisch-dienstlichen Bereichen (USSS, US Army)

Noch nicht so schlimm, da bei der Arbeit (speziell auf Dienstreisen) einfach die physische und zeitliche Möglichkeit für ein intimes Verhältnis gegeben ist. Und Gelegenheit macht ja bekanntlich Diebe. Bei dem Umfeld in dem sich die Kollegen von Gareth aufhalten ist eine Geheimhaltung über eine sexuelle Beziehung ein Kinderspiel. Die gehörnte Ehefrau des Chefs rächt sich auf ihre Art und Weise. Sie veröffentlicht ein paar halbnackte Fotos ihres fremdgehenden Mannes, was ihm in der Branche etwas sehr in Bedrängnis bringt. Aber auch das kann man sicherlich managen. Eines ist jedoch sicher. Niemand mag die Bettgenossin des Chefs. Das ist ein zu direkter Zugang zum Chef, der die Neider und Wadlbeißer auf den Plan ruft. Wie der Zufall so spielt, tauchen plötzlich Gerüchte auf, dass die Mitarbeiterin noch wo ganz anders mitarbeitet. Und bald lassen sich die Gerüchte gar nicht mehr eindämmen. Wie man beim ehemaligen Chef des CIA lernen konnte, kann so eine Weibergschicht einem gestandenen Militär oder Geheimdienstler am schnellsten das Genick brechen. Da muss dann gar nichts mehr nachgewiesen werden, da reichen schon die Möglichkeiten (und ein paar Mails) um eine hochrangige Sicherheitslücke zu werden. Das macht auch jeden noch so mächtigen Chef von jedem Geheimdienst ganz unlocker, wenn seine Bettgenossin oder seine Dienstreisenzeitvertreib möglicherweise auch noch andere Auftraggeber hat. Jedenfalls würde jeder Chef jetzt gut daran tun, die Bettgenossin möglichst schnell ans andere Ende der Welt zu verfrachten – aus den Augen aus dem Kreuzfeuer - eigenen Arsch gerettet. Soweit einfacher Plott.

Teure Frauenkleider wurden in der Wohnung von Gareth gefunden – was jetzt? Schwul, oder Bondage oder Transe? (Darin hat man wohl auch keine DNA gefunden?) Oder vielleicht doch einfach eine Freundin? Vielleicht sogar die gleiche auf die der Chef spitz war? Da wäre das Abpacken des Nebenbuhlers doch ein sehr schönes Zeichen an die Ex-Freundin sich möglichst zurückzuhalten, um nicht auch in einem Packerl aufzuwachen/einzuschlafen. So ein symbolischer Akt versendet sich ganz von alleine via Medien in den letzten Winkel dieses Erdballs. Sagen wir, dem guten Chef sind etwas die Hände gebunden bezüglich der Mitarbeiterin, da sie da wieder einmal ein Kind bekommen hat. Soweit geht die Unmoral des Chefs dann auch nicht, seine Mutter irgendwo im Meer versenken zu lassen. Weil was passiert da mit den Kindern, die er soooo lieb hatte? Die müsste man auch alle beseitigen – das wird dann doch schon eher so eine Art Massenmordnummer und geht sich nicht einmal mit den heutigen Terrorismusgesetzen aus.

Irgendwo endet sogar die Macht unseres Kinderliebhaber-Chefs. Ohhh – die sind doch auch herzallerliebst diese kleinen Mädchen. Very Vanny. Aber wechselwütige Nebenbuhler und präsumtive snowdenartige Aufdecker aus den eigenen Reihen packt man doch besser in die Kiste. Sicher geht da irgendein Terrorvorwurf durch, er erschreckt den Chef! Was für ein Terrorist!

Und eine, vor Schwachsinnigkeiten triefende Untersuchung, bei der die Polizei offenbar derart behindert wird, dass der Untersuchungsleiter die Flucht nach vorne antritt und als Untersuchungsergebnis das Unwahrscheinlichste verlautbart: Er hat sich alleine in einen Rucksack gesperrt, abgeschlossen und vergessen den Schlüssel parat zu halten und ist dann an einem Unfall an irgendwas, was man nicht genau feststellen kann gestorben. Noch dazu hat er selbst darauf aufgepasst, keinerlei DNA-Spuren zu hinterlassen, da dem austrainierten Radfahrer der 80x40x30 Rucksack offenbar so teuer war, dass er den Zipverschluss nicht zerstören wollte. Die Kollegen in der Firma warten auch schön eine Woche, damit die Videokamera beim Eingang zu dem Security-Save-House (?) sicher keine zweckdienlichen Bilder gespeichert hat. Mei sixst nix? Und eine ganz wichtige Geschichte ist: Tote können nicht reden.

Eigentlich stimmt so viel nicht an der Geschichte, dass man sich überlegen muss, warum die gerade jetzt wieder aufgewärmt wird. Es wirkt jedenfalls ob da irgendeine Wahrheit ans Tageslicht will, auch wenn sie sehr gut abgepackt und weggesperrt wurde.

DI Mathias Gruböck Seminyak, 14.11.2013
Unternehmens- und Organisationsberater

08 November 2013

Alles was wir tun ist gesetzeskonform!


Es ist sicherlich so, dass englische Beamte, genau so wie alle anderen Beamten weltweit es schaffen ihre Handlungen durch Gesetze und Regeln zu unterlegen. Auf der anderen Seite ist auch ganz sicher, dass alles was technisch möglich ist gemacht wird. Die Freunde vom NSA und vom GCHQ haben sich natürlich all diese monströsen Anlagen und Megasysteme hingepflanzt um damit ein, zwei suspekte Personen zu überwachen. Nein sicherlich nicht. Es geht eher darum, die Weichheiten und Ungenauigkeiten im Gesetz kreativ so zu nutzen, dass alles gesetzlich gedeckt ist. Für die vielfältigen neuen Technologien und Methoden gibt es noch keine passenden Gesetzespassagen wie mit ihnen umgegangen werden muss oder kann. Zudem kommen mannigfaltige Verschränkungen zwischen privatwirtschaftlichen und offiziellen Strukturen die jeweils anderen Gesetzeslagen unterliegen. Ist es gesetzeskonform, wenn eine Privatfirma Daten analysiert, zu denen sie zuvor von einem offiziellen Auftraggeber Zugang bekommen hat um dann die Ergebnisse und Auswertungsdaten wieder an eine andere offizielle Instanz, möglicher weise sogar in einem anderen Rechtssystem, weiterzuliefern? Wurde da schon irgendwas ausjudiziert? Nein sicher nicht. Als Rechtsgrundlage reicht den Herrn offenbar der Auftrag eines Ministers, da Minister ja durch Volkswahl keine gesetzeswidrigen Aufträge erteilen können. Bis hierher ist es noch ein breites Feld über das ein politischer Diskurs geführt werden muss, ob alles was irgendwie „geht“ auch gemacht werden soll und darf.

Jetzt kommt aber noch der Untergriff. Überwachung (also die angeblich nicht fächendeckende) verhindert Terroranschläge. Seit der Überwachung habe es keine Terroranschläge mehr gegeben. Aha – das ist aber die absolute argumentative Trickkiste. Eine Verknüpfung von Überwachung und Tatbegehungen ist schwer fragwürdig. Noch fragwürdiger ist, dass der Herr Snowden den Terroristen hilft? Wenn einem Terroristen bisher nicht klar war, dass er möglichst Handy und Mail bei der Abstimmung seiner Anschlagspläne vermeiden sollte und tunlichst nicht im Facebook zum nächsten „Bombenbastelmeeting“ einladen sollte, dann müsste man ihn eher in die Kategorie Lachnummer anstatt Schrecknummer einordnen. Wenn wirklich ein Terroranschlag beim herumfiltern im Internet auffliegt, dann war der so stümperlich, dass er keiner weiteren Beachtung wert ist. Jedem Leser von Spionageromanen wird eine Vielzahl von Möglichkeiten der Überwachung und des kreativen Umgangs damit dargelegt. Was die nicht leugenbare Nachweisführung durch Edward Snowden, dass eine Menge Dinge unter dem Mäntelchen der Terrorbekämpfung gemacht werden, die so gar nichts mit dem Aufdecken irgendwelcher Komplotte zu tun haben, den Terroristen jetzt genau hilft, ist nicht ganz verständlich. Ganz schwaches Argument oder der Ansatz zum Zurückschlagen – Terrorismushelfer = so gut wie ein Terrorist - und schon ist man vogelfrei. Wieder so ein schöne „gesetzlich gedeckte“ Konstruktion, die es wohl auch erlauben würde, den Herrn Snowden mittels einer Drohne, einer Autobome oder einem Poloniumcocktail aus dem Leben zu befördern.

Herr Sawers und Herr Lobban das ist ja genau die Sache die alle so aufregt: Dieses System der Überwachung hat sich eine rechtlich gedeckte Möglichkeit geschaffen Verfassungs- und Menschenrechte auszuhebeln. Das ist das Thema. Wo ist die Statistik über die Menge der Menschen die sie vollkommen fälschlich irgendwelcher Gefährdungen bezichtigt haben? Wieviele „falsche“ Treffer haben sie in Relation zu echten Treffern? Was ist mit dem Leben der „falschen“ Treffer passiert? Wie können sie diesen Menschen erzählen, dass sie das auch noch mit Recht getan haben. Wieviele Leben darf man runieren um irgendeine potentielle Gefahr abzuwehren? Indem ihre Organisationen und Schwesterorganisationen in den persönlichen Daten der Menschen herumsieben, greifen sie in das Leben dieser Menschen ein. Und das auf vielerlei verschiedene Arten. Psychologisch, soziologisch, wirtschaftlich, gruppendynamisch und manchmal wohl auch physisch. Die großen Schleppnetze unserer technologischen Fischtrawler fischen riesige Bereiche des Meeres ab. Gleichzeitig ruinieren sie auch undifferenziert auf die Dauer ganze Ökosysteme. Alles richtig und rechtens – alles hin.


DI Mathias Gruböck Seminyak, 08.11.2013
Unternehmens- und Organisationsberater