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21 Juli 2016

Informationsfreiheit


14 Juni 2016

Geschäftsmodellkrieg



Motte Allerechtevorbehalten Bin mir nicht ganz sicher ob der "Kampf ums Internet" jetzt wirklich ein Kampf der Kunden (User) ist oder ob hier ein Kampf zwischen den Accessprovidern (EU: 500 Millionen zumeist zahlungskräftige Kunden) und den Contentprovidern (zumeist ausschließlich USA) vorherrscht. Die Freiheit des Internets wurde schon lange durch geistige Eigentumsmauern begrenzt. Netzfilter, marktgetriebene Filter und moralische Filter wurden bereits appliziert und eingesetzt. Filter am Internetzugang sind hier eher die logische Konsequenz um weiter einen Zugang zu Geschäftsmodellen auf den untersten OSI-Modellleveln zu haben. Freier Zugang zum Internet würde auch die Freiheit der Abstreitbarkeit implizieren, also eine der Bedingungen für Anonymität. Hier würde jedes staatliche und marktseitige Regulierungsansinnen ins Leere laufen. Mit allen negativen Erscheinungen die unreguliertem menschlichen Verhalten und Streben entspringen. (Die fast philosophische Diskussion hier ob diese Strebungen (Lust, Sex, Gier, Haß, Gewalt, Rausch, Lug und Betrug) deswegen verschwinden oder auch nur vermindert werden, indem sie per "Filter-Regel" "verboten" werden, wird hier ausgespart) - daraus ergibt sich meist die menschliche Reaktion der Regulierung oder eben Filterung dieser Strebungen und Verhaltensweisen. Wobei diese Filterung objektiv gesehen eine Art der Manipulation der Realtität darstellt, da all diese Seinszustände eben "nur" noch in regulierter Form in der (virtuellen) Realtität existieren. Irgendwelche Protokolle müssen existieren sonst herrscht graues Rauschen - das IP-Protokoll zum Beispiel. In der Sprache braucht es sehr bald eine Grammatik wenn es etwas sinndichter werden soll. Ein contentneutrales Netz gibt es bereits jetzt nicht. Es gibt nur den Versuch der Accessprovider wieder ins Geschäft zurückzukommen nachdem sie mit Flat-Rates den Content ab einem Schwellwert kostenfrei transportieren. Youtube wäre ohne die Preispolitik der Accessprovider inexistent, oder zumindest die 15jährigen Schminktipp-Youtuberinnen.
 
DI Mathias Gruböck                                                          Baden, 14.06.2016
Unternehmens- und Organisationsberater

03 November 2015

Mutti kocht im Netz



Motte MeierMüller-Thurgau Also, wenn Daten wirklich der Rohstoff der Zukunft sind, dann schicken unsere PoliterInnen diese aber sehr freizügig über den Teich - da passen Aussage und Handeln so gar nicht zusammen! Sind wir per Dekret eine Datenkolonie und die Politik ist ganz verzweifelt weil wir nicht schnell genug liefern?
Motte MeierMüller-Thurgau Eindimensional richtig - wenn man in Betracht zieht, daß "Mutti" einige Töpfe am kochen hat und ihr die Freunde von der Datenweltmacht in ihren VW-Topf und UEFA-DFB Topf weiter spucken werden wenn sie nicht schleunigst NSA-UA abdreht und Datentransferpipes wieder unreguliert auf dreht, kann man sich vielleicht vorstellen, dass Mutti den Datentopf nicht ganz unpriorisiert anbrennen lässt. Die Daten mit denen die Amis die Deutschen zur Zeit in der Pfeife rauchen haben sie ihnen zum Teil selbst geschickt. Ist einfach wenn man nur den deutschen Rechtsstaat ins laufen bringen muss und die Deutschen/Europäer machen sich nach allen Regeln der Justizkunst selbst fertig. Geb ihnen ihr TISA/TTIP und ihre Daten und das Öl/Gasgeschäft und flugs dürfen die deutschen Autos/Banken oder französischen Banken wieder sanktionslos agieren. Hört doch Mutti mal genau zu: Das sind die Ressourcen der Zukunft - zumindest die Macht in der Zukunft - und die wollen die Amis haben. Wenns die Europäer/Deutschen nicht auf die Nette tun, dann eben mal mit wirtschaftlichem Waterboarding (Polizeidaten, Swiftdaten, Passagierdaten, BND-Filter, HNA-Königswartedaten, u.v.a.m) 

Die deutsche Unternehmervertretung drängt jedenfalls auf eine rasche "Safe Habour"-Verordnung 2.0. Warum wohl?


DI Mathias Gruböck                                                          Cadiz, 03.11.2015
Unternehmens- und Organisationsberater

28 Oktober 2015

Freie Fahrt für freie Bürger!

Also jetzt kommt sie die Mautstrecke auf den europäischen Datenhighways. Das ganze schaut etwas nach der Konterrevolution der Verbindungsnetzwerker aus. Die Wolke ist zu egalitär und zu international. Seit Jahren wird versucht die revolutionäre Macht des ungezähmten Daten- und Informationsflusses zu kanalisieren. Kanäle führen wieder zu vorherbestimmbareren und kontrollierbareren Wegen der Information. Dadurch wird das Internet, die Wolke wieder national greifbarer (z.B.: durch Urheberrechtsgesetze mit spezifischen Länderrechten) und durch staatliche Kontrolle regelbarer. Allein die anfängliche supranationale Konzeption (oder eben ortsunabhängigen oder Node-unabhängigen Informationsaustausches) des IP-Verkehrs hebelte jeden nationalstaatlich-lokalen Regulationsanspruch weitestgehend aus. Speziell wenn dieser, wie im Falle des Internetüberwachung durch Geheimdienste auch noch in manchen Ländern gesetzeskonform und rechtsstaatlich geschehen sollte.

Ein weiteres Indiz für das absolute Unverständnis das Internets durch die gewählten Repräsentanten und Politiker stellt die Roaming-Thematik in Europa dar. In der Mobiltechnologie waren die Europäer bis in die frühen 2000er Jahre führend, da sie, im Gegensatz zu den Amerikanern sehr schnell auf nationale Roamingkonzepte verzichteten. Roamingkonzepte stellen immer wieder ein klar nachweisbares Hindernis für Technologieausbreitungen dar, da sie die Technologienutzung für kurzfristige Geschäftserfolge bremsen. (Vergl. Bankomatengebühren bei Fremdbanken) Der ewige Konflikt zwischen Infrastrukturbereitstellung und Serviceprovider. Ein gemeinsamer Informationsraum Europa wird jedenfalls nicht durch die Ermöglichung von Wegzöllen an jeder Ecke einfacher. Die Torpedierung der Netzneutralität soll die Infrastruktur stützen und Wertschöpfung von den, meist US, Serviceprovidern abziehen. Eine Vorgehensweise, die das Scheitern in Bezug auf Serviceangebote eigentlich nur zementiert und festschreibt. Die Europäer trauen es sich nicht zu einen eigenen kompetitiven Markt für IT-Services zu lancieren. Das beginnt bei der Etablierung von Cloud-Services und zieht sich weiter bis hin zu Social Media Anwendungen.

Diese Unfähigkeit der Europäer ist natürlich nicht ganz unerwünscht durch die amerikanische Seite. Ein vielschichtiges System von Abhängigkeiten soll dafür sorgen, dass der eigentliche aktuelle Wirtschaftsmotor Amerikas, die IKT-Industrie ihre Weltmarktführung behält und ausbaut. Ein trauriges Beispiel hierfür stellt der Absturz Nokia's dar. Auch eine Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung in Deutschland ist wahrscheinlich auf die geltende Gesetzes- und Vereinbarungslage mit Amerika zurückzuführen und der Versuch diese Informationshegemonie in rechtsstaatliche Regelungen überzuführen. Der vorgeblichen Zielsetzung dient sie jedenfalls nachgewiesener Maßen nicht. Jedenfalls hat es mittlerweile den Anschein als ob die Hauptexpertise der Europäer darin liegt sich gegenseitig im Auftrag der USA zu überwachen und auszuspionieren. (GCHQ, BND, HNA u.v.a.m) Ein Max Schrems kann auch nur die Selbstschwächung Europas verlangsamen oder kurzfristig stören, Mut zur eigenen Stärke müssten schon zentrale Brüsseler Kräfte zeigen – ob das der „lame duck“-Oettinger auf die Schiene bringt ist zu bezweifeln. Der Baroso 2 – Vize ist wohl eher transatlantisch gepolt als ein kämpferischer Europäer. Mutige digitale Konzepte und Entwürfe sind jedenfalls noch nicht zu sehen.

DI Mathias Gruböck                                                            Tarifa, 28.10.2015
Unternehmens- und Organisationsberater