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11 Juli 2017

A Welt Echokammer

 http://orf.at/stories/2398794/

Bitte lieber ORF.at - keinen Schwachsinn abdrucken, den man nicht einmal nach 10 maligem Lesen versteht. Was genau hat der Musikproduzent Goldstone mit einer "russischen" Anwältin (was genau ist das?) zu tun? Bitte auch einmal zu hinterfragen ob eine vollkommen unbewiesene Wahlbeeinflussung überhaupt stattgefunden hat!?!? Also von außen, weil ja im Normalfall nicht 99,99% der versuchten Wahltricks vom Mitbewerber stammen. Und der Herr Trump hatte doch ganz von selbst die E-Mail-Affaire von Hillary zu einer solchen gemacht - damals hat ihm sogar noch das FBI in Form von Chef Comey noch fleißig geholfen. Die US-Geheimdienste haben sich auch nicht darüber aufgeregt, dass die Nutzung eines privaten Gmail-Accounts der damaligen Außenministerin ein Sicherheitsrisiko darstellen würde. Haben diesen Gmail-Account wahrscheinlich auch als einzigen nicht ausgespäht. Die republikanischen Kräfte in den Diensten haben auch sicherlich nichts unternommen um die "Lock her up"-Kampagne anzuheizen. Weil die würden sicher einen US-Anwalt mit Daten von NSA-Servern zu Donald T. schicken. Hahaha. Bitte lieber ORF.at diese gequirrlten Verdauungsreste einer Machtelite und deren Intrigennetzwerken des Imperiums nicht einfach durchkopieren. Diese Meinungsmache ist für den amerikanischen Markt skizziert und macht es dem europäischen Zuschauer noch schwieriger zu glauben, dass er weder wahlberechtigt in USA ist nocht dort irgendetwas mitzubestimmen hätte. Vielmehr entsteht der verstärkte Eindruck, dass man eine Art moderne Provinz des virtuellen römischen Reiches transatlantischer Nation ist. Diese ganze hirnrissige Schwachsinnsnummer dient einzig und allein dazu, das Mütchen derjenigen Fädenzieher der Machteliten zu kühlen, denen es erstmals seit langem nicht mehr gelungen ist, ihren Kandidaten durchzubringen. Vielleicht hat ja Hillary einfach die Wahl verloren weil die Menschen ihr auch ohne Echokammern, Hassbotschaften und Fake News nicht vertrauten. Immerhin hat sie zum Beispiel einen Krieg gegen Libyen herbeigeführt. Oder den Anstoß zur Planung der Zerstörung Syriens und dem Tod einer halben Million Menschen gegeben? Wo uns dann noch im Jahre 2017 der Herr Steinberg von der Stiftung Wissenschaft und Politik aus Deutschland, die Lage in Ö1 erklärt, die sie zusammen mit dem United States Institute of Peace in ihren "Day After"-Planungen nach der Beseitigung Syriens, der syrischen Regierung, des syrischen Präsidenten und der Aufteilung des eroberten Gebietes an die diversen Kriegs-Verbündeten geplant haben. (nebenbei für Werteschulungen in Österreich: Herausarbeiten des Unterschieds zwischen einer Unterstüzung von Rebellen in Syrien durch die USA/NATO und der Unterstützung von Russen-Rebellen in der Ukraine durch Russland)

DI Mathias Gruböck                                                                                                   Baden, 11.07.2017
Unternehmens- und Organisationsberater

13 November 2016

Selbstgewählte Realitäten


Also den Supermoralapposteln und Wertehochhaltern ist aber schon klar, dass der Herr Erdogan nichts anderes macht als der Westen selbst. All das hängt im Prinzip nur von der selbstgewählten Definition von Terror und Terrororganisationen ab. In Österreich werden 14 jährige, die im Facebook von den NSA beim lustigen IS-Botschaften-posten herausgefiltert werden, von der Polizei verhaftet und inhaftiert. Alles nur wegen des (kaum belegbaren) Vorwurfes der Mitgliedschaft oder Unterstützung einer terroristischen Organisation. Jetzt ist aber die Frage - woher wissen österreichische Richter (oder auch nur Außenminister) welche Organisation eine terroristische und welche moderate Terroristen/Rebellen sind? Gibt es ein einziges Gerichtsurteil eines unabhängigen österreichischen Gerichtes, das die jeweilige Organisation oder Gruppe als terroristisch oder eben als moderat (wie immer eine Kriegspartei moderat Krieg führen kann) einstuft? Diese nicht existierenden Verfahren würden auch ganz sicher ohne die Einspielung von "Beweismaterial" internationaler Dienste, die in JEDER der fraglichen Gebiete militärisch verdeckt und offen operieren (und damit laut Völkerrecht Kriegsverbrechen begehen), auskommen (!?). Wäre rechtsstaatlich einmal sicherlich interessant die "Beweismittel" dieser Dienste, die hier massiv Cyberwar-Methoden einsetzen und eingesetzt haben, zu bewerten. 
Wenn nun der Herr Erdogan genau das Gleiche mit den Kurden (und hier speziell mit der PKK, YPG usw.) macht, also diese Organisationen als Terrororganisationen einstuft, dann verstößt er auf einmal gegen die EU-Prinzipien. Herr AM Kurz: mehrere ihrer Kollegen im Außenministerrat der EU bombardieren ein unabhängiges Land und haben davor auch schon unabhängige Länder bombardiert. (Serbien, Afghanistan, Libyen, Irak, Syrien) - Dabei sind zigtausende Menschen gestorben und Millionen haben ihre Existenz verloren. 
So gesehen passt der Herr Erdogan doch sehr gut in die EU? Nur weil die EU (also vor allem die Deutschen und im Schlepptau die Österreicher die Kurden unterstützen? Der Herr Erdogan macht genau den gleichen Trick wie der NATO-Westen in Syrien: er sagt, dass er nur die PKK bekämpft (Terroristen, weil man im Westen halt Kommunisten nicht mag) meint aber ALLE Kurden, die von einem eigenen Staat träumen. Der Westen beliefert die "moderaten" Rebellen (auch Kurden) mit Waffen, damit er dann diese, wenn sie sich plötzllich als nicht ganz so moderat herausgestellt haben mit Bomben ein bisschen plattmachen kann, um in Wirklichkeit eine neue Regierung in Syrien einzusetzen, weil ihm die alte nicht passt. Herr Erdogan bleibt dabei simpler - er rechtfertigt seine Gewalt gegen eine politisch instabile Region mit tatsächlichen Seperatisten und deren Freunden und Verbündeten (tw. eben EUSA). Die EUSNATO hat das Problem eine amtierenden, vom Volk gewählten (wie immer fair das auch war) Präsidenten kann man marketingtechnisch nicht so einfach als Terroristen definieren (da kommt eher das Sadam-Gadhaffi-Mursi-Propagandapaket zu Einsatz). Daher liefert die EUSNATO Waffen an islamistische Gruppen (die alle Andersgläubigen (Christen, Juden, Alawiten, Drusen, Jesiden ... so gerne vernichten würden) um dann, logischer Weise in der Folge, den Terror in Syrien bekämpfen zu können und den Herrn Assad gleich mitzukassieren. 


Feinheiten der österreichischen Position in Bezug auf die Türkei gibt es auch noch: Wenn jetzt DIE TÜRKEI nicht in die EU gehört, wie steht es dann mit den Türken auf Zypern? Vielleicht gehört ja Zypern nicht zu Europa, weil es zu weit im Süden und zu weit im Osten liegt. Die unangenehme geographische Wahrheit ist, dass mehr als die Hälfte der Türkei europäischer als Zypern ist. Das ist historisch genau der Teil der von den Pontusgriechen besiedelt wurde. Die Wiege der europäischen Kultur haben die Vorfahren der heute dort lebenden Menschen geschaukelt. Aber wir müssen ja unsere Werte verteidigen - seit den Kreuzzügen IMMER durch Angriff. 
Was hat der Herr Kurz eigentlich mit den Klanführern in Erbil exakt zum Zeitpunkt des Putschversuches besprochen? Wurde hier zusammen mit dem deutschen Kanzleramt (das so gerne, geleitet von den USA, die Zeit nach einem Regimechange plant (vergl. Syrien Projekt "Day After" aus dem Jahre 2010ff (https://syrieninfo.blogspot.com/2012/09/bundesregierung-beantwortet.html)) die Umsetzung dieser und anderer Sturzversuche legitimer Regierungen betrieben? Inwieweit ist die österreichische Außenpolitik hier in die Destabilisierungsversuche und Putschplanungen involviert? Was ist dabei der österreichische Beitrag? Gibt es einen Beschluss des österreichischen Parlamentes, der sich für die Errichtung eines eigenen Kurdenstaates unter Abspaltungen türkischer, iranischer und syrischer Gebiete, durch Einsatz von Gewalt, ausspricht? Ist das österreichische Außenministerium in Planungen zur Beseitigung der syrischen und türkischen Regierung beteiligt und die jeweilige Abspaltung der Kurdengebiete zu erreichen. Unterstützt das HNA den BND im Gebiet der autonomen Kurdenregionen in der Aufklärung und Informationsbeschaffung für kurdische Rebellenorganisationen? Wie kann man das mit einer vorgegebenen Neutralität und der Einhaltung des Völkerrechtes in Übereinstimmung bringen? Wie schaut es aus mit den europäischen Werten Herr Kurz? Seit wann ist Österreich Teil eines retro-post-kolonialen Regimes im Nahen Osten? Bekommt die ÖMV dafür wenigsten auch etwas vom Gas und Öl-Kuchen, oder spielen wir nur die vorpreschenden Gutmenschen-Nebelwerfer damit die Raiffeisen dann ihr, die USA so störendes, Ost-Geschäft nicht vollkommen an US-Fonds und Investmentfirmen verkaufen muss. Sozusagen wertvolle Gegengeschäfte? Klar ist das alles zu kompliziert für einen normalen Bürger - da kennen sich nur die Thinktanks und Geostrategen (und die Beamten im Außenministerium) aus, weil das ja alles nur gut für die Bürger ist. Schon ihren Rapport an die Atlantik-Brücke abgegeben. Alles im Projektzeitplan? Schon das Post-Job-Angebot von Goldman und Sachs bekommen, schnell schnell - 2018 wird die Wahlbevölkerung vielleicht erkennen, dass sie von den gleichen Typen, die sie für zu deppert gehalten werden um Dinge zu durchschauen, für deppert verkauft werden. Und vielleicht auch, dass der einzige Echoraum, den es wirklich gibt von den Kommunikationsfirmen der Regierungsparteien, den Parteisekretären und den staatlichen oder staatsgeförderten Medien gebildet wird.


DI Mathias Gruböck Baden, 13.11.2016
Unternehmens- und Organisationsberater

11 November 2016

Echoecho

In den Talkshows und Newssendungen der letzten Tage kann man sie fast physisch greifen – die Ratlosigkeit, ja fast die Verzweiflung der Teilnehmer. Was man bei Brexit noch als Zusammenspiel verschiedener unglücklicher Umstände ausmachen konnte, wird langsam zum System. Einigen schwant es langsam: In der Mitte, also dem Mainstream hat sich so etwas wie ein großer selbstreferenzieller Echoraum gebildet, der wirklich geglaubt hat, dass nur er alleine das Gute, Schöne und Wahre vertritt. Ein virtueller Raum, der eine Art monochromer Pseudopluralität entwickelt hat in der er in seiner permanenten Selbstreflexion an Hand von immer hohleren Schlagworten und Stehsätzen keine Veränderung im Außen mehr wahrnehmen kann und wahrscheinlich auch will. Da kommt dann immer das Gezeter über die bösen sozialen Medien, in denen die Menschen so unkontrolliert kommunizieren und ihre Meinungen austauschen und auch darüber, dass diese Menschen den Echoraum-Teilnehmern nicht mehr ihre wirklichen Meinungen kundtun. Hier könnte man natürlich anmerken, dass die Mainstream-Echoraum-Gläubigen auch nicht wirklich andere Dinge hören wollen oder, auf Grund des hochfrequenten Echos überhaupt hören können. Etwas zu leichtfertig ist der Umgang mit der Meinungsfreiheit der anderen. Rechts/Links-Populisten, Verschwörungstheoretiker, Putin-Versteher, Terroristen, Islamisten, Sexisten, Rassisten und was es da nicht alles an Wertungs- und Entwertungstermini für alles außerhalb des großen Leitechoraumes gibt.

Dabei ist es zunehmend schwierig für diese Leitechoräume die eigene Konsistenz zu erhalten. Das bescheinigen dann alle, dass es immer komplizierter wird. Der Grundtenor: Man muss einfach gegen die Bevölkerung agieren, da diese einfach zu dumm sei das große Ganze, die übergeordneten Zusammenhänge erkennen zu können. Ungeniert werden Machteliten höhere Rechtfertigungskapazitäten für die Durchsetzung ihrer Interessen zugesprochen und eine, durch die simple Vernetzung mit diesen Machtnetzwerken erlangte Fähigkeit mit Komplexität jeder Ordnung umgehen zu können, wird postuliert. Vereinfachungen in der Kommunikation mit dem „normalen“ Volk stellen meist axiomatische Slogans dar, zunehmend simple Behauptungen, bei denen es immer öfter auf das Stakkato ankommt anstatt inhaltlich besonders irgendwelchen Fakten oder gar der Wahrhaftigkeit verhaftet zu sein. Es geht viel mehr um Glauben als um Wissen. Speziell im Mainstreamechoraum. Zunehmend erfüllen diese Glaubenssätze die Konstruktionsgrundsätze dieser Echoräume, die sich immer weiter von den realen Vorgängen, Strategien und Handlungen entfernen. Der grundlegenden Glaubenssatz im Mainstreamechoraum ist, dass es angeblich im Handeln von Machthabern nur um Freundschaft, Werte und Freiheit ginge. Diese Position wird zunehmend schwieriger, trotz der massiven Anstrengungen alle die etwas anderes behaupten (und damit keine glatte Reflexionswand im Echoraum darstellen) zu diffamieren. Gleichzeitig besteht offenbar eine gewisse Tendenz die Mainstreamechoräume selbst durch Konterdiffamierung aufzusprengen.

Im Endeffekt führen beide Strategien zu einer gesteigerten Unordnung, da große Gruppen nur durch eine sehr enge Übereinstimmung zwischen Realität und Anspruch geführt werden können. Nur durch beinharte Wahrhaftigkeit und starke reale Interaktion zwischen den Systemteilnehmern kann ein Vertrauen in die Führung im Sinne der gemeinschaftlichen Interessen entstehen. Beispielsweise stehen Aussagen wie „Wir sind das Volk“ Tendenzen der zentralen Definition wer Gemeinschaft und Solidarität bilden müsse zunehmend gegenüber. Diese Widersprüche wiederum ließen sich durch wahrhaftiger Aussagen über die eigenen Verantwortung (zum Beispiel an Angriffskriegen) gegenüber der angegriffenen Bevölkerung viel leichter auflösen. Auch Aussagen darüber, dass man es für besser erachtet Erdgas vom Emirat Katar zu beziehen als von Russland und man daher in Syrien eine Schneise für die 10 Milliarden Euro-Pipeline erobern muss unter gleichzeitiger Verhinderung von neuen Pipelinebauten im Schwarzen Meer-Raum rund um die Krim würden die Komplexität der Kommunikation und damit der Politik nicht über die Maßen erhöhen. Vielleicht würden die Menschen dann auch eher bereit sein, dass sie im Abtausch für niedrigere Gaspreise (wobei, das nicht gesichert ist, da es hier eher um eine Profitverlagerung geht) auch vermehrt Kriegsopfern Asyl bereitstellen würden. Das sieht jeder EU-Bürger ein, dass man nicht einfach kostenlos eine Schneise durch Syrien bomben kann ohne etwas für die vertriebenen Eingeborenen zu tun. Auch kann man dann sehr einfach die Politik der Türkei gegenüber erklären, da diese nur klar auf Seiten der „Freunde Syriens“ zu dem ursprünglichen Pipelineprojekt stehen müssen um wertvoll behandelt zu werden. Falls diese wiederholt Russland die Ausweichroute für den geschlossenen Flaschenhals Ukraine aufmachen sollten, werden sie genauso wie Russland militärisch/sanktioniert daran gehindert werden. Es ist ziemlich simpel wenn man nur möglichst wahrhaftig bezüglich der relevanten Machtattraktoren bleibt. Es geht ums Öl, Gas und andere Bodenschätze, die man er- oder ausbeuten will. Dafür benötigt man massiv militärische Macht um die Gebiete der Exploration zu erobern und die Transportrouten militärisch abzusichern. Der Rest der Geschichten wird in den Echo-Nebelkammern behandelt in denen alles andere, nur nicht die wahren Beweggründe, zur Vernebelung herangezogen wird. Das ist im Prinzip die Offenbarung des Herrn Trump, der die etablierte Machtelite in ihren Echo- und Nebelkammern mit ihren eigenen stilistischen Mitteln etwas aufgescheucht hat. Er ist der Guru der Strategie, dass man nur jeden noch so großen Schwachsinn häufig genug wiederholen muss, dass zumindest niemand mehr dagegen opponiert. Trump ist in diesem Sinn nur der Meisterschüler des Systems der Machtorganisatoren, denen in Wirklichkeit nur durch ein wirklich freies Internet Paroli geboten werden kann. Hier ist die letzte Schlacht noch nicht geschlagen, wo es darum geht, dass entweder die Machteliten das Internet zu einem noch umfassenderen (Macht-)Kontrollinstrument ausbauen können oder ob es den Nutzern gelingt, das Internet in seiner basisdemokratischen Funktion zu erhalten. Sowohl bei Pipelines alsauch im Internet geht es um Netzkontrolle. Die Eliten der Welt führen gerade massive verdeckte Kriege um beides. Hier sterben Menschen für den Zugang zu Energie und Information. Meistens dann, wenn die einen diesen Zugang und die Kontrolle darüber erzwingen wollen und die anderen dabei im Wege stehen.

DI Mathias Gruböck                                                                                              Baden, 11.11.2016
Unternehmens- und Organisationsberater


03 November 2016

Westliche Echoräume

 http://orf.at/stories/2364629/2364628/

"Die meisten der Fahrzeuge seien umgekehrt, als sie von Flugzeugen der Armee bedrängt worden seien." Was genau kann man sich darunter vorstellen? Da gehen 25000 Menschen aus einem Dorf mit ein paar IS-Wagen einfach so gezwungen mit, dann kommen US-, GB-, Kuwait-, Saudiarabienflieger und "bedrängen" diese Fahrzeuge die dann umdrehen?! - (auf dem Dach liegen?) Wenn "gute" (also westliche) Militärs Zivilisten bombardieren wissen wir seit den Gatterjagden in Gaza, dass es immer die Bösen sind, die die Zivilisten als menschliche Schutzschilder benutzen. Die sind ja so feig und stellen sich verstecken sich im dichtverbauten Gebiet, so dass auch die guten westlichen Bomben Zivilisten killen. Sonst kann man ja dem Spareribbs-überfütterten Wohlstandsganselhaut-Publikum immer erzählen, dass man auch nach Jahren des Bombardments immer nur "Ausbildungslager" oder "Waffenlager" oder "Führungsstäbe" der Bösen erledigt - westliche Bomben töten NIEEE Zivilisten. Nur wenn der Feind eben so böse ist, dass er sich in Städten aufhält mit Menschen. Natürlich hat die UNO einen eigenen Gefechtsaufklärungsstand vor Ort und muss nicht die Informationen der Koalition der Guten bei Pressekonferenzen weitergeben. Stell dir vor es ist Krieg und es sind immer die anderen Schuld, wenn Menschen sterben. Und stell dir vor - jeder glaubt den Schwachsinn auch noch.

Wer will sich noch an die Bilder aus Belgrad erinnern, als sich belgrader Mitteleuropäer als Zielscheiben auf die Donau-Brücken stellten, damit die NATO-Bomber sie mit in die Fluten bomben sollten? Das waren auch "lebende Schutzschilde" - natürlich von bösen Serbenführern dazu gezwungen. Das blöde ist, dass es noch in unseren Gegenden einige Menschen gibt, die sich daran erinnern können wie sich die Bombardments der "Befreier" und der "Guten" anfühlen. Das verstehen einige nicht, dass man da schon Opfer bringen muss, damit sich die gute Wertegemeinschaft durchsetzen kann. Foltern und willkürliche Verhaftungen inklusive jahrzehntelange Inhaftierungen, dazu zwingen uns Gute auch nur diese bösen, bösen Bösen. Und alle außerhalb des westlichen Echoraumes sind Verschwörungsechoräume. Die Erde dreht sich nämlich um den Westen - und die Sonne auch.

DI Mathias Gruböck                                                                                                   Baden, 03.11.2016
Unternehmens- und Organisationsberater