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24 Februar 2018

Schlacht um Syrien

http://orf.at/stories/2427859/2427858/

eine super Gelegenheit für den DGSE um eine rote Linie zu finden ... damit die Komplexität endlich wieder zunimmt und auch noch die Franzosen mitmischen. Allein, kriegsentscheidend war den Kurden wieder einmal keinen Staat zu geben gekoppelt mit der Duldung der Türkeninvasion in Syrien. Da stören die Franzosen auch nicht mehr - immerhin haben sie nach dem Ende des osmanischen Reiches mit den Briten die Kurdengebiete unter sich aufgeteil. Die USA behandeln alle Minderheiten wieder wie die Indianer, die, falls es den Interessen der USA dient, auch mal gerne unterstütz um sie erst später fallen zu lassen. Die Briten sind eher im Jemen und im Irak engagiert - und als Wasserträger dürfen die Deutschen irgendwie auch mitmischen - um auch Verantwortung zu tragen...ohne aber wirklich für einen verantwortungsvollen Sitz im UNO-Sicherheitsrat für berechtigt empfunden zu  werden. Naja - langsam gibts ja nichts mehr was einem in der Schlacht um Syrien noch überraschen kann. Man soll aber niemals nie sagen.

DI Mathias Gruböck                                                              Nondorf, 25.02.2018
Unternehmens- und Organisationsberater

27 November 2016

Wir sind wertvoll



Kann mir bitte einer sagen, warum 12 Millionen Menschen in Syrien auf der Flucht sein sollen, aber gerade die angeblich 275.000 Menschen in Ost-Aleppo, das anscheinend von einer Splittergruppe der Al-Kaida beherrscht wird, sich nicht vom Fleck rühren obwohl die komplette Infrastruktur angeblich schon zerstört ist? Kann mir weiters bitte jemand erklären was eine Faßbombe ist? Also im Gegensatz zu einer Hellfire-Rakete oder sonstigem? Kann mir jemand erklären was ein "Aktivist" in einem schwer umkämpften Gebiet für "Aktivitäten" macht, was ist ein AFP-Videoreporter (Ein Fremdenlegionär mit Handykamera?)? Kann mir jemand erklären was die Landkarten im türkischen Fernsehen zeigen, die einen neuen Grenzverlauf der türkischen Gebiete so in der Gegend von Aleppo zeigen? Kann mir jemand erklären warum im Jemen viel unaufgeregter Krieg geführt wird, was ja in Syrien nicht der Fall ist (lt. deutschen Regierungssprechern, also Krieg – weil dann wäre ja Deutschland im Krieg, wo es doch nur immer „resolut unterstützt“) Kann mir jemand erklären wie man durch Waffenlieferungen an Rebellen, Finanzierung von Terroristen und Bombardements von "bösen" Städten (Rakkah - wo nie Menschen sterben) angeblich Frieden schaffen und Werte vertreten will? Wer kann mir sagen, wie man durch Krieg Frieden schafft? Wer kann mir erklären welche Werte US-, GB-, FR-, D-, CAN-, Saudiarabien, Katar, Oman, Kuwait (und wie die Kriegs-Willigen alle heißen) in Syrien vertreten? Kann mir jemand erklären was die US-willigen Krieger im Irak für Werte verteidigt haben, außer den christlichen Wert der Lüge? Kann mir jemand sagen, was die NATO-Bomber in Libyen so an Werten des Westens verteidigt haben und warum die (westliche) UNO hier dann eine Marionettenregierung des Westens installiert? Kann mir jemand sagen, warum die USA die letzte Kolonialmacht der Welt ist und so tut als ob sie überall nur Zuckerl an die Menschen verteilt? Kann mir jemand sagen warum gerade die Rüstungswerte an der NYSE-Börse durch die Decke gehen? Kann mir jemand sagen warum niemand etwas gegen das andauernde Kriegführen des Westens macht - welche Werte verteidigen wir laufend indem wir andere Völker mit Bomben eindecken? Warum wundern sich alle, dass ein Trump auf Grund einer Kampagne, die sich nicht durch Wahrheiten oder Fakten bremsen ließ, US-Präsident geworden ist? Gehört lügen nicht zum Jobprofil eines US-Präsidenten? Warum wundern sich alle, dass man im FB auch andere Lügen als die offiziellen Kreativumschreibungen von Wahrheiten lesen kann? Haben die Politiker-Eliten das Lügenmonopol verloren? Das schreit nach Zensur! Warum erklärt uns der ORF immer Aleppo, was ist mit Mossul - wieso halten dort die "Bösen" die Einwohner gefangen und als lebende Schutzschilder währen in Aleppo ja sogar Fassbomben (?!?) abwerfen? Warum leiten orf-on Journalisten Meldungen weiter, die aus unbekannten Quellen eines Kriegsteilnehmers (in diesem Fall Frankreich) stammen? Wieso gibt es keine Bilder von alten Taxifahrern in Mossul-Umgebung die von den Befreiern auf offener Straße abgeknallt werden, weil sie zwischen die Fronten kamen?

Kriegsberichterstattung ist etwas Mächtiges, indem man eine Partei ergreift, bereitet das die Menschen darauf vor, dass man gerechtfertigt auf einer Seite in den Krieg eingreift. Das ist genauso wie im Wahlkampf - indem man die andere Seite zum Feindbild erklärt, darf man im Fall eines Wahlsieges des Feindes auch, öffentlich gerechtfertigt Widerstand leisten. Seit wir Österreicher ja assoziiertes NATO-Freunde-Mitglied sind kann man nicht mehr so leicht neutral bleiben, da muß man mitmachen - um dann gar nicht dabeigewesen zu sein. Österreichisches Militär in Erbil? (also zumindest besuchen Generalstabsoffiziere die (demokratisch?) von den USA autonomisierte Kurdenregion im Irak. Was genau machen österreichische Militärs in diesem Raum? Die Wahrheit: Wir sind halt ein bissal dabei die Deutschen im nahen und mittleren Osten zu begleiten. Unsere Werte verteidigen (Neutralität?)! Kamerad Schnürschuh ist wieder unterwegs - ein bissal. Und die US-PsyOps-Argenturen tun wieder schöne Headlines produzieren: „Zerstörung bis Weihnachten“ - das christliche Hochfest des Friedens und der Liebe und genau bis dahin ist ganz Aleppo (also auch West, Nord, und Süd) zerstört. Punkt. 

Kunstvoll auch die Argumentation wenn Israel wieder einmal den Gaza-Streifen mit 10.000 Tonnen Bomben plattmacht, niemanden vorher rausläßt und später den Wiederaufbau von Spitälern, Wasserversorgung und Elektrizität boykottiert. Die verteidigen sich ja nur gegen Terroristen. Mhmmm. Das ist die Wahrheit und alle applaudieren dazu. Und die Deutschen verkaufen ein atomraketenfähiges U-Boot nach dem anderen an die Verteidigungsarmee von Israel (Fahren die alle im Mittelmeer? Oder positionieren die sich doch eher im Golf von Aden oder noch besser im persischen Golf - so wegen Verteidigungszwecke und christlich-jüdische Werte). Deutsche und Österreicher sollen endlich ihre Erbschuld abarbeiten und die Türkei und den Iran für die Israelis, die zur Zeit alle da unten antanzen lassen um ja eine ordentlichen Religionskrieg zu etablieren, fertigzumachen. Christlich-jüdisch gegen muslimisch. Wer hat da eigentlich Bock drauf? Geht aber auf - langsam bekommen wir die Türkei dorthin, dass wir uns gezwungen sehen die Beziehungen abzubrechen (natürlich außer der NATO-Mitgliedschaft - weil im Kampf gegen alle Feinde unserer Freunde brauchen wir die Kümmeltürken schon) War überhaupt DER Bringer - die Golfstaaten gegen Syrien und den Iran antreten zu lassen! 

Und Trump räumt noch Jerusalem von allem nicht jüdisch-christlichen! Das wird super wenn der blonde Haarfilz dort sein Fischmäulchen aufreißt. Dann gießt er ordentlich Öl ins Feuer. Wobei, es geht doch nur ums Öl und Gas? Soviel zum Klimaschutz. Amerika first. Was ändert sich da genau, außer, dass der Herr Trump nicht a priori einen Friedensnobelpreis bekommt?


DI Mathias Gruböck                                                                                                 Baden, 25.11.2016
Unternehmens- und Organisationsberater

13 November 2016

Selbstgewählte Realitäten


Also den Supermoralapposteln und Wertehochhaltern ist aber schon klar, dass der Herr Erdogan nichts anderes macht als der Westen selbst. All das hängt im Prinzip nur von der selbstgewählten Definition von Terror und Terrororganisationen ab. In Österreich werden 14 jährige, die im Facebook von den NSA beim lustigen IS-Botschaften-posten herausgefiltert werden, von der Polizei verhaftet und inhaftiert. Alles nur wegen des (kaum belegbaren) Vorwurfes der Mitgliedschaft oder Unterstützung einer terroristischen Organisation. Jetzt ist aber die Frage - woher wissen österreichische Richter (oder auch nur Außenminister) welche Organisation eine terroristische und welche moderate Terroristen/Rebellen sind? Gibt es ein einziges Gerichtsurteil eines unabhängigen österreichischen Gerichtes, das die jeweilige Organisation oder Gruppe als terroristisch oder eben als moderat (wie immer eine Kriegspartei moderat Krieg führen kann) einstuft? Diese nicht existierenden Verfahren würden auch ganz sicher ohne die Einspielung von "Beweismaterial" internationaler Dienste, die in JEDER der fraglichen Gebiete militärisch verdeckt und offen operieren (und damit laut Völkerrecht Kriegsverbrechen begehen), auskommen (!?). Wäre rechtsstaatlich einmal sicherlich interessant die "Beweismittel" dieser Dienste, die hier massiv Cyberwar-Methoden einsetzen und eingesetzt haben, zu bewerten. 
Wenn nun der Herr Erdogan genau das Gleiche mit den Kurden (und hier speziell mit der PKK, YPG usw.) macht, also diese Organisationen als Terrororganisationen einstuft, dann verstößt er auf einmal gegen die EU-Prinzipien. Herr AM Kurz: mehrere ihrer Kollegen im Außenministerrat der EU bombardieren ein unabhängiges Land und haben davor auch schon unabhängige Länder bombardiert. (Serbien, Afghanistan, Libyen, Irak, Syrien) - Dabei sind zigtausende Menschen gestorben und Millionen haben ihre Existenz verloren. 
So gesehen passt der Herr Erdogan doch sehr gut in die EU? Nur weil die EU (also vor allem die Deutschen und im Schlepptau die Österreicher die Kurden unterstützen? Der Herr Erdogan macht genau den gleichen Trick wie der NATO-Westen in Syrien: er sagt, dass er nur die PKK bekämpft (Terroristen, weil man im Westen halt Kommunisten nicht mag) meint aber ALLE Kurden, die von einem eigenen Staat träumen. Der Westen beliefert die "moderaten" Rebellen (auch Kurden) mit Waffen, damit er dann diese, wenn sie sich plötzllich als nicht ganz so moderat herausgestellt haben mit Bomben ein bisschen plattmachen kann, um in Wirklichkeit eine neue Regierung in Syrien einzusetzen, weil ihm die alte nicht passt. Herr Erdogan bleibt dabei simpler - er rechtfertigt seine Gewalt gegen eine politisch instabile Region mit tatsächlichen Seperatisten und deren Freunden und Verbündeten (tw. eben EUSA). Die EUSNATO hat das Problem eine amtierenden, vom Volk gewählten (wie immer fair das auch war) Präsidenten kann man marketingtechnisch nicht so einfach als Terroristen definieren (da kommt eher das Sadam-Gadhaffi-Mursi-Propagandapaket zu Einsatz). Daher liefert die EUSNATO Waffen an islamistische Gruppen (die alle Andersgläubigen (Christen, Juden, Alawiten, Drusen, Jesiden ... so gerne vernichten würden) um dann, logischer Weise in der Folge, den Terror in Syrien bekämpfen zu können und den Herrn Assad gleich mitzukassieren. 


Feinheiten der österreichischen Position in Bezug auf die Türkei gibt es auch noch: Wenn jetzt DIE TÜRKEI nicht in die EU gehört, wie steht es dann mit den Türken auf Zypern? Vielleicht gehört ja Zypern nicht zu Europa, weil es zu weit im Süden und zu weit im Osten liegt. Die unangenehme geographische Wahrheit ist, dass mehr als die Hälfte der Türkei europäischer als Zypern ist. Das ist historisch genau der Teil der von den Pontusgriechen besiedelt wurde. Die Wiege der europäischen Kultur haben die Vorfahren der heute dort lebenden Menschen geschaukelt. Aber wir müssen ja unsere Werte verteidigen - seit den Kreuzzügen IMMER durch Angriff. 
Was hat der Herr Kurz eigentlich mit den Klanführern in Erbil exakt zum Zeitpunkt des Putschversuches besprochen? Wurde hier zusammen mit dem deutschen Kanzleramt (das so gerne, geleitet von den USA, die Zeit nach einem Regimechange plant (vergl. Syrien Projekt "Day After" aus dem Jahre 2010ff (https://syrieninfo.blogspot.com/2012/09/bundesregierung-beantwortet.html)) die Umsetzung dieser und anderer Sturzversuche legitimer Regierungen betrieben? Inwieweit ist die österreichische Außenpolitik hier in die Destabilisierungsversuche und Putschplanungen involviert? Was ist dabei der österreichische Beitrag? Gibt es einen Beschluss des österreichischen Parlamentes, der sich für die Errichtung eines eigenen Kurdenstaates unter Abspaltungen türkischer, iranischer und syrischer Gebiete, durch Einsatz von Gewalt, ausspricht? Ist das österreichische Außenministerium in Planungen zur Beseitigung der syrischen und türkischen Regierung beteiligt und die jeweilige Abspaltung der Kurdengebiete zu erreichen. Unterstützt das HNA den BND im Gebiet der autonomen Kurdenregionen in der Aufklärung und Informationsbeschaffung für kurdische Rebellenorganisationen? Wie kann man das mit einer vorgegebenen Neutralität und der Einhaltung des Völkerrechtes in Übereinstimmung bringen? Wie schaut es aus mit den europäischen Werten Herr Kurz? Seit wann ist Österreich Teil eines retro-post-kolonialen Regimes im Nahen Osten? Bekommt die ÖMV dafür wenigsten auch etwas vom Gas und Öl-Kuchen, oder spielen wir nur die vorpreschenden Gutmenschen-Nebelwerfer damit die Raiffeisen dann ihr, die USA so störendes, Ost-Geschäft nicht vollkommen an US-Fonds und Investmentfirmen verkaufen muss. Sozusagen wertvolle Gegengeschäfte? Klar ist das alles zu kompliziert für einen normalen Bürger - da kennen sich nur die Thinktanks und Geostrategen (und die Beamten im Außenministerium) aus, weil das ja alles nur gut für die Bürger ist. Schon ihren Rapport an die Atlantik-Brücke abgegeben. Alles im Projektzeitplan? Schon das Post-Job-Angebot von Goldman und Sachs bekommen, schnell schnell - 2018 wird die Wahlbevölkerung vielleicht erkennen, dass sie von den gleichen Typen, die sie für zu deppert gehalten werden um Dinge zu durchschauen, für deppert verkauft werden. Und vielleicht auch, dass der einzige Echoraum, den es wirklich gibt von den Kommunikationsfirmen der Regierungsparteien, den Parteisekretären und den staatlichen oder staatsgeförderten Medien gebildet wird.


DI Mathias Gruböck Baden, 13.11.2016
Unternehmens- und Organisationsberater

05 November 2016

Was will der Westen?



Was will der Westen? Der Herr Erdogan ist ein Machtpolitiker, der um sein Überleben kämpft. Solange er den Eroberungsstrategien der NATO in Syrien dienlich ist, hört man kein böses Wort über ihn. Wenn er von seinen eigenen Verbündeten unter Druck gesetzt wird (man könnte auch sagen, dass ihm das Messer angesetzt wurde) kann man natürlich genüßlich jede seiner Abwehrreaktionen mit allem vergleichen was einem einfällt. Mit dem Iran darf er keine Geschäfte machen, mit den Armeniern hat er keine gute Vergangenheitsbewältigung, mit den Kurden kann er nicht ohne dass sich die Türkei weitgehend aufzulösen droht. Mit den Syrern kann er nicht aus beiden zuvor genannten Gründen. Mit den Israelis hat er sich angelegt - die merken sich das. Die Saudis und Konsorten dehnen immer weiter ihre Hegemonie in dem Raum aus. Und Europa schlägt ihm seit Jahren nett die Türe zu. Dann wollten ihn die Amis noch beseitigen, da sie geschichtlich einfach besser mit Militärjuntas können. Und jetzt kommt noch BK Kern und die Grünen, die sich auch die deutsche Achse Erbil-Berlin schmeissen. Was in aller Welt treibt österreichische Politiker dazu sich ungefragt in diesen äußerst instabilen Raum politisch einzubringen? Österreich hat viele Türken und auch hinreichend Kurden im Lande - was ist das Interesse Österreichs sich an einem Staatenbildungsprozess in diesem Raum zu beteiligen? Was ist unser Beitrag? Ungefragt Wertungen und Feindbilder aufzubauen? Ganz abgesehen davon, dass immer die Grundannahme vorliegt, dass alles was der Westen in diesem Gebiet durch Destabilisierungen verändert besser sei als die gegebenen Zustände. In fast jedem Szenario verändert sich dort nur etwas durch Krieg. Das wollen also die österreichischen Politiker? Damit dann kurdische Klans in Erbil und Umgebung herrschen? Oder damit dann große Teile Syriens durch Söldner-Milizen-Strukturen beherrscht werden? Die Destabilisierung von schwachen Demokratien oder Abwandlungen davon heißt einfach nicht, dass man daraus Frieden und Vorzeigedemokratien bekommt - oder umgekehrt: Das gelungenste Beispiel des Pool-Billiard-Spiels der westlichen Kolonialherren in diesem Raum ist noch Ägypten. Da gibt es auch die Todesstrafe und eine Militärdiktatur - damit ist der Westen am Zufriedensten. Jedenfalls fördert er das ägyptische Militär wieder mit Milliarden an Waffenlieferungen. Wieviele der tausenden Todesurteile an der, durch Putsch gestürzten Regierung, wurden eigentlich schon durchgeführt? Aber der Herr Erdogan soll sich nicht so aufführen, beinahe hätte ihn das Schicksal von Herrn Mursi gedroht. 40.000 Menschen sind dort verschwunden oder wurden willkürlich inhaftiert - die Aufregung des Westens und auch seiner stromlinienkonformen NGO`s (z.B. Amnysty, UNO) hält sich ziemlich in Grenzen. Überhaupt übernehmen die NGO's die politischen Werturteile über "richtig und flasch" zunehmend von den Leitregierung(en) (da die Personalrochaden zwischen beiden kaum zu durchblicken sind). Widerspruch wäre geschäftsschädigend - auch bei Non-Profit.

DI Mathias Gruböck                                                                                                    Baden, 05.11.2016
Unternehmens-und Organisationsberater

05 August 2016

Aufmerksamkeitsübung



Motte Allerechtevorbehalten Herr Pilz, ist es möglich, dass die Grünen und damit auch Sie sich durch die diversen Regimechange-Aktivitäten von Machtblöcken etwas von ihrer wirklichen politischen Zielsetzung ablenken lassen? Stellen wir uns einfach einmal vor, dass uns all diese Ränkespiele um Macht und Einfluss über Öl und Gas in ehnochimmer-Kolonialgebieten nichts angehen, da wir a.) keinen Gewinn daran haben und b.) nichts dagegen/dafür tun können. Stellen wir uns weiter vor, dass sich im Hintergrund, für unser Leben viel wichtigere Dinge gerade entscheiden. Da werden CETA-Verträge unratifiziert ratifiziert, TTIP hingeschustert, aufgerüstet und Umweltvergiftungen prolongiert. Mir tun die Kurden auch sehr leid, da sie unter den Kolonialherren FR und GB unter die Räder gekommen sind. Wir werden das nicht lösen indem wir Herrn Erdogan umbringen, die ganze Türkei zum Feindesland erklären oder innenpolitische Konflikte der Türkei entscheiden. Machen wir doch wieder etwas Politik für die Menschen in Österreich und der EU - da gäbe es einen riesigen Handlungsbedarf! Langsam werden die medialen Ressourcen in Österreich sogar schon zu knapp um den Überblick über die aktuellen und sich anbahnenden Kriege um Macht und Einfluss des Westens zu überblicken. Afghanistan, Irak, Pakistan, Ukraine, Jemen, Kurdengebiete, Syrien, Israel/Palästina, Libyen (gerade ganz aktuell, da die USA alles für sich haben wollen und die Italiener ganz rausschmeissen wollen), Ägypten, Sudan, Mali, Somalia (die USA fliegen eigentlich in der gesamten Reichweite ihrer Drohnen Angriffe in Afrika) - jetzt neu Tschad. Eines steht jedenfalls fest: Wir sollen mehr zahlen. Österreich zahlt der NATO auch schon Schutzgeld - oder Kopfprämien - je nach Sichweise. Was ist mit unserer Neutralität? Alter Spruch mit doch viel Weisheit: zum Streiten gehören immer 2, diese einseitigen Sichtweisen von Konflikten sind in sich bereits wieder Konfliktverschärfungen. Wie sind eigentlich die Kurden in ihren Autonomiegebieten organisiert? Demokratisch oder doch in Herrscherclans? Schwarz-Weiß ist was fürs Kasperltheater wenn man will, dass die kleinen Kinder eine Stunde lang eine Ruhe geben und nur an den richtigen Stellen klatschen...

Die Türkei ist für ein friedliches Europa weder strategisch noch militärisch wichtig. Diese Wichtigkeit entsteht nur, wenn man zum Beispiel das Schwarze Meer und den Bosporus beherrschen will oder möglichst nahe an Moskau Atomraketen aufstellen will. Alle anderen Schwachsinnigkeiten sind Strategien von unkontrolliert aggresiven Militärs, die ja eben ihre Existenz und massiven Kosten durch Bedrohungsszenarien und Kriege rechtfertigen müssen. Weil, gäbe es nicht den Terror und die bösen Russen/Chinesen es gäbe viel weniger Militärs/Geheimdienste mit viel weniger Budget. Das ist fix. Die Gesetze der Marktwirtschaft: Mehr Militär mehr Krieg, mehr Geheimdienste mehr Überwachung und "geheime Operationen" (wobei hier der Unterschied zu Terroranschlägen nur in der staatlichen Finanzierung dieser Operationen begründet ist).

DI Mathias Gruböck                                                                                    Baden, 05.08.2016
Unternehmens- und Organisationsberater 

14 Juni 2016

Die Kolonien des Weltherren

http://orf.at/stories/2344787/

Der Westen kann es einfach nicht lassen - da wird von Werten und Rechtstaatlichkeit gefaselt und dann macht erkort man ein Land zu Vorsitzenden des Rechtsausschusses, dass sich im Kriegszustand befindet und seit Jahrzehnten das Völkerrecht bricht, Menschenrechte und Genfer Konvention missachtet, Atomwaffen besitzt und seine Nachbarn damit bedroht und und und. Wenn der Westen nicht langsam aufhört sich als Gutsherr über die Welt zu gerieren wird das mit dem friedlichen Zusammenleben nichts werden. Es sind immer die einfachen Rechtsfragen die nicht geklärt werden. Dann wird es schnell komplex: Wessen Staates Staatsbürger sind die Menschen im Westjordanland? Worauf bezieht sich der Rechtsspruch des OGH von Israel, dass Israel ein jüdischer Staat sei (Religion, Rasse oder Ideologie). Ein Land mit derart vielen ungelösten Völkerrechtsfragen und Annektionsaktivitäten zum Vorsitz des UNO-Rechtsausschusses untergräbt nur weiter den Glauben an das Völkerrecht als Rechtsgrundlage für die Völkergemeinschaft und weist es zum wiederholten Male als Werkzeug für Kolonial- und Gutsherren aus.

Faktum ist, dass die 2 Staatenlösung auf Grund der durch Israel geschaffenen faktischen Eingliederung des Golans, des Westjordanlandes und des Gazastreifens nach über 40 Jahren gescheitert ist. Auch ist der Wille der israelischen Regierung gegen Null gehend, sich aus den besetzten Gebieten zurückzuziehen oder gar eroberte Gebiete aufzugeben. Die einzig wirklich praktikable Lösung wird sein einen Staat zu bilden in dem Palästinenser und Juden gleichberechtigt leben. Mit den Rechten der Enteigneten und Vertriebenen wird das natürlich sehr schwierig sein jedoch wird sich die Einäugigkeit der Kolonial-, Welt- oder sonstiger Machthaber nicht weiter aufrecht erhalten lassen. Sowohl Kurden als auch Palästinenser unterliegen ebenfalls dem Völkerrecht, das man nicht nur für die Hegemonieansprüche des Westens geschaffen wurde oder bei weiterer Perversion zu totem Recht verkommen wird. Die zwei massiven Kriesenherde können nur in einem systemische Ansatz gelöst werden bei dem es keinen Verlierer gibt. Israel kann die eroberten Gebiete nicht wieder aufgeben und die Palästinenser können nicht weiter entrechtet und vogelfrei eingepfercht leben. Lösung: Ein Land, auf dem alle zusammen leben (was de facto schon so existiert) - jedoch gleichberechtigt. Schäden aus der Besatzungszeit müssen abgeglichen werden - da kann die internationale Gemeinschaft auch unterstützen. Thema 2: Kurdistan. Hier muss man der Türkei eine europäische Perspektive oder noch exakter eine Klarstellung geben. Die Türkei ohne kurdische Gebiete ist ein europäischer Staat. Damit wäre ein europäische Integration möglich und Europa würde seine "oströmische Reichs-" Flanke wieder als Teil seiner geopolitschen Position verstehen. Kurdistan wird eigenständig. Die Türkei und ihre NATO-Verbündeten müssen auch wieder die eroberten/besetzten syrischen Gebiete räumen - den turkmenischen Bevölkerungsgruppen (die jetzt großteils in Flüchtlingslagern in der Türkei sitzen) wird eine Übersiedlung in die Türkei angeboten, aber Gebietsgewinne der Türkei/NATO in Syrien führen nur zu weiteren Unstetigkeiten. Die saudische, religiös-ideologisch getragene Hegemonie auf der arabischen Halbinsel und in weiten Teilen Afrikas muss durch eine Rückbesinnung der westlichen Demokratien auf aufklärerische Ansätze (versus kreuzzüglerischer Ereiferung) eingedämmt werden. Jahrhundertelange Koexistenz der Religionen in diesem Raum kann und darf nicht Hegemoniebestrebungen mit religionsideologischem Setting weichen. Aber auch nicht neokolonistischen Ansätzen.

DI Mathias Gruböck                                                           Baden, 14.06.2016
Unternehmens- und Organisationsberater

18 März 2016

Die Zivilgesellschaft als Lynchpartie



Motte Allerechtevorbehalten Wenn ich nicht mehr weiter kann, fang ich mit Sanktionen an! Das sind wieder einmal die Politstrategien aus der Sandkiste. Was wollen WIR (?) in der Türkei erreichen? Hat der Herr Erdogan UNS irgendetwas versprochen? WIR haben natürlich wieder einmal gar nichts zu tun damit, dass der Herr Erdogan so agiert wie er agiert. Politisch ist er sehr eingezwickt. Erstens hat er den Kardinalfehler gemacht, dass er das Militär weitestgehend entmachtet hat. Die Türkei wurde jahrzehntelang durch militärregimeähnliche Strukturen beherrscht, die durchaus starke Bindungen zu den USA und damit auch NATO hatten. Hinzu kam das Empowerment der Kurden durch die westlichen Kriegskräfte um der Türkei gleichzeitig die Tür Richtung Europa zuzumachen. Spätestens als Herr Erdogan in Richtung Russland (Pipeline) ausweichen wollte, hatte er den Bogen für den Westen überspannt und man versuchte einen klassischen Regimechange mittels der CIA-Gülen-Partie und des Militärs, das so gerne russische Jets abschießt. Diese Systemchanges funktionieren immer auf Basis der bürgerlichen Freiheitsrechte, die mittels Einsatzes von Geldmittel und einer zentralen Koordination eingesetzt werden. Konspirative Demokratie könnte man das nennen. Wie immer geht es eben nur um die faktische Macht der Interessensdurchsetzung. Jetzt kann man den Herrn Erdogan und die Türkei noch mehr unter Druck setzen, das wird mit Sicherheit dazu führen, dass er sich noch mehr "verteidigt" (in seiner Position) Das wird weder den Kurden noch den Syrern sehr viel helfen. Wahrscheinlich ist es da doch klüger und vor allem sinnvoller wenn man den Herrn Erdogan eine Brücke baut, die ihn aus seiner machtpolitischen Kesselschlacht herauslässt. Faktum ist und bleibt, dass die außenpolitische Konzeption der USA, die eigentlich hauptsächlich militärischen Strategien unterworfen ist, hier nachhaltig Kräfte und Interessen freigesetzt und unterstützt hat, die für langanhaltende blutige Konflikte sorgen. Da Europa angeblich in diesem Raum keine militärischen Stützpunkte errichten will, macht eine weitere Steigerung der Aggression keinen Sinn! (allein, die Diskussion darüber ob ein NATO-Partnerland ein sicheres Herkunftsland ist, entbehrt nicht einer gewissen Schizophrenie) Europa sollte einmal schauen, dass es die derzeitige Lage dazu nutzt die Zypernproblematik zu lösen anstatt sich mit schwachsinnigen (weil voll am Thema vorbei) Zeigefingersanktionsposen weiter selbst zu destabilisieren. Für alle die es noch immer nicht verstanden haben: Das Spiel heißt Macht und nicht "Wangen- und Backenhinhalten".

DI Mathias Gruböck                                                                                   Nondorf, 18.03.2016
Unternehmens- und Organisationsberater

25 Februar 2016

Plan B wie Beute aufteilen



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Kommentar zu RT Deutschs Beitrag
Robbin Merker Ich war heut mal sozial.
Habe meine Eltern besucht.
Auf dem Rückweg standen zwei Syrer am Straßenrand.
Habe sie mitgenommen.
Sie wollten in die Stadt in die ich auch gerade unterwegs war.
Habe dann interessehalber mal nachgefragt.. (das war auch eingl der Grund warum ich fremde Leute in meinem Auto mitgenommen habe).
Sie hassen Putin, Assad, und die USA.
Und sie lieben Merkel ( war klar) und Erdogan…
So kann mir das jetzt bitte jemand erklären?
Weiß nicht wem ich noch glauben soll..
Gruß

Peter Grygorczuk Brainwash society! Hättest vielleicht mal Takbir oder Allah akbar sagen sollen, vielleicht waren es ja Schläfer...
Robbin Merker Weiß nicht..die beiden waren Brüder und sind mit der ganzen Familie hier...und jetzt festhalten...10 Kinder. .und 5 erwachsene...2 Männer 3 Frauen. .
Alexander Merz Was gibt's hier nicht zu verstehen? Mit Putin und Assad muss man kämpfen, die USA haben das alles verursacht, mit Merkel muss man nichts machen und darf unbegrenzt sozialschmarozen! Die Rechnung ist doch ganz einfach...
Peter Grygorczuk Ich meine... Ja klar ist nicht jeder für den Krieg gemacht aber wenn mein Land doch so leidet und ich mit ihm verbunden bin, bleibe ich da und Kämpfe! Vor allem wenn ich weiss das ich eventuell auf der Flucht sowieso sterben kann, siehe Boote und Co...Mehr anzeigen

das kommt wahrscheinlich daher, dass Syrien Jahrhunderte lang zum osmanischen Reich gehört hat und die Alewiten, Drusen, Kopten, Jesiden etc. nur Minderheiten und speziell besteuerte Sekten waren. türkischstämmige Bevölkerungsteile in Syrien wurden durch den Untergang des osmanischen Reiches und der darauf folgenden Aufteilung der Region zwischen Frankreich und England zur Minderheit oder zumindest Volksgruppenteil in Syrien. Diese Gruppen werden sehr massiv durch die Türkei in ihren separatistischen Bestrebungen unterstützt und kommen damit den Autonomiebestrebungen der syrischen Kurden (ähnliche Siedlungsgebiete) in die Quere. Erdogan hat im Prinzip 2 Millionen türkischstämmigen Flüchtlingen Zuflucht gewährt und schickt sie jetzt teilweise weiter nach Deutschland (dies hat unzählige Vorteile für ihn: Verbreiterung seiner Volksgruppe in Deutschland, Unterbindung von Kritik gegenüber seiner Syrienexpansion, Gelder, NATO Unterstützung, uvam) An sich ist die massive Aufnahme von türkischstämmigen Flüchtlingen in Mitteleuropa eine logistische Unterstützung der Türkei bei der Eroberung von (zumindest) Teilen von Syrien und ihrem Vernichtungsfeldzug gegen syrische Kurden.
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DI Mathias Gruböck                                                                 Baden, 25.02.2016
Unternehmens- und Organisationsberater