03 November 2015

Antiamerikanisch


Eine Meinung, der man in Vielem nur zustimmen kann. Einige qualitative Differenzierungen könnte man noch machen, wenn man i-Tipferl reiten will. So könnte man die "verbrecherische" Annektion der Krim in Relation zu den dadurch nicht getöteten ethnischen Russen (besonders viele auf der Krim) setzen. Machtpolitik hat immer faschitische Züge, da man für den Konsens keine Macht braucht. Den Russen kann man in den Nachfolgestaaten der UdSSR noch eine Schutzfunktion (wie immer gerechtfertigt) für ethnische Russen einräumen, was genau die USA in Syrien, Afghanistan oder auch nur im südchinesischen Meer für Verantwortung tragen ist nicht ganz selbsterklärlich. In Europa hat es sich über Jahrzehnte einfach eingebürgert, dass die USA eigentlich bestimmen. Dass die NATO eine europäische Verteidigungsinitiative sei, ist wohl eine der schrägsten Realitätskonstruktionen die es aktuell gibt. Man muss nicht antiamerikansich sein - nur wenn die Hegemonie der USA in Europa gilt,dann würde ich auch gerne die Gültigkeit der amerikanischen Verfassung beanspruchen können. Alles andere ist Kolonialismus. Das ist dann in seiner neuesten Ausprägung TTIP.

Wolfgang Fercher Sie haben genauso ein ethnisch völkisches Konzept aus dem 19Jdt wie ein Mitposter hier - wir leben aber im 21Jdt., wo dieses völkische Konzept überwunden scheint - letztendlich stellt dieses nur einen verzweifelten Kampf gegen die Moderne dar.
Adam Mahalanobis
Adam Mahalanobis Wenn sich die Russen nicht eingemischt hätten, hätte es weder auf der Krim noch im Donbas einen Krieg gegeben, und damit keine oder nur einzelne getötete ethnische Russen. Die Ukraine war ja alles andere als vorbereitet, sie war einfach schwach und das haben die Russen ausgenutzt.
 
Motte MeierMüller-Thurgau Wolfgang Fercher Also die superneuen Konzepte des Umgangs mit Menschen kann ich von den Überwindern im 21jdt nicht erkennen. Mich erinnert vieles der "neuartigen" Konzepte an gute alte Kolonialpolitik - speziell viele der, offenbar hier von mir unbekannten neuartigen 21.Jdt-Konzepten beseelten, bestimmen ganz schön großzügig über das Schicksal von andern Völkern und wer sie regieren soll. Was der neuartige Anteil der Moderne an kriegerischen Auseinandersetzungen ist, kann ich leider nicht erkennen. Das Muster ist seit Jahrtausenden gleich. Mächte suchen Verbündete um ihre Interessen durchzusetzen und auf unterster Ebene hauen sich Menschen gegenseitig den Schädel ein - der Beitrag der Moderne ist vielleicht, dass man das jetzt alles schöner benennen und im Internet diskutieren kann. Interessant ist, wie sehr offenbar liberal gestimmte Menschen versuchen eine Partie von Rechtsnationalisten mit Siegesrunen- und Hackenkreuzhelmen, die anderen die Amtssprache verbieten als Ausbund einer demokratischen modernen Gesellschaftsordnung zu erkennen.
 
Motte MeierMüller-Thurgau Adam Mahalanobis Wenn man mit Ukrainern vor dem Putsch gegen den Präsidenten Janukowitsch gesprochen hat welche Sprache sie jetzt genau sprechen würden usw. dann haben die gesagt, das die meisten Russisch sprechen. Ähnlich wie in Kroatien und Serbien gab es eine Vielzahl von Durchmischungen über die letzten 70 Jahre - was ist man wenn man einen russischen Vater und eine moldavische Mutter hat und in der Ukraine (UdSSR) geboren wurde? Wenn dann an die Macht geputschte US-Lakaien (Jazenjuk - eingesetzt von US State Dept. (vergl. Fuck the EU)) als erstes die Armee gegen Demonstranten im Osten einsetzen und "nur" ein paar russische Ukrainer ums Leben kommen, dann ist das anscheinend in Ordnung - also völkerrechtlich. Sorry - nur weil es in den Medien steht, deswegen muss es noch lange nicht stimmen. Und es geht eben um dieses westliche "nur". Wir nehmen in Kauf, dass (wieviele) Menschen irgendwo sterben weil es unseren Interessen entgegenkommt.
 
Motte MeierMüller-Thurgau Wolfgang Fercher Ohhh Sorry - ich hab jetzt erst gesehen, dass sie offenbar nur einen neuen Begriff, den sie gerade im Tagesspiegel.de gelesen haben (Kampf gegen die Moderne) in einem Posting wiedergeben wollten - ich dachte wirklich, dass sie auf meinen Post antworten wollten. Habe ich nicht ganz verstanden - da ihr repost so gar nichts mit dem zu tun hatte was ich geschrieben habe. Btw - den Ansatz mit den Gay-Black-Jewish-Klansmen finde ich super „smile“-Emoticon Ist aber nicht ganz gendergerecht, oder? „wink“-Emoticon
 
Daniel Michler Welche Tötung der ethnischen Russen? In der gesamten Ukraine leben ethnische Russen, auf den ukrainischen Botschaft in Wien arbeiten ethnischen Russen, in Kiew spricht man Russisch, in Kharkiv spricht man Russisch, niemand wurde nach dem Maidan in der Ukraine deshalb ermordet.
Übrigens ist die gesamte Ukraine deshalb voller ethnischer Russen, weil die ethnische Herkunft nur bei beiden elternteilen als "russich" registriert ist. Meine Bekannten haben alle russiche Vorfahren, sprechen Großteils Russich. Meine Freundin hat in Kharkiv auf der Uni studiert (Russisch). am Flughafen in der Südukraine waren bei meinem letzten Besuch viele Schilder sogar nur auf Russisch, von Speisekarten und Co. rede ich gar nicht. Traurig wieviel Gerüchte da im Umlauf sind.
 
Daniel Michler Weiters noch eine Ergänzung: Die ethnische Herkunft ist kein politischer Relevanzpunkt, sogar bei den radikalen ukrainischen Patrioten sind russischstämmige, das kann man sogar auf Separatistenwebsites nachlesen. Würde eine Recherche außerhalb der klassischen Schwurbelmedien empfehlen.
 
Motte MeierMüller-Thurgau ok ich geb mich geschlagen, auf der Krim werden Ukrainer nicht durch Ukrainer getötet. In der Ost-Ukraine werden Ukrainer durch Ukrainer (und andere) getötet. Das war eigentlich der Punkt.
 
Motte MeierMüller-Thurgau bitte noch um Links über die "klassischen Schwurbelmedien" damit ich nichts falsches mehr lese - ich bin wohl schon zu alt um kritisch Medien zu konsumieren. „smile“-Emoticon
 
Daniel Michler Auch wenn ihre Antwort sarkastisch formuliert ist, gibt es tatsächlich so eine Liste nicht. Man kann aber auch mal kritisch einige Artikel überfliegen und schauen, ob eigentlich nur eine Richtung vorgegeben wird. In der Flüchtlingskrise haben eh schon einige "Flagge" gezeigt wie das braunesoterische Anonymous Kollektiv welches auf der Seite von Pegida steht, oer Elsässers Compact.
Was den Krieg in der Ostukraine, eigentlich nur in Donbass (nur ein kleiner Teil der Ostukraine ist separatistisch besetzt, der Rest mit Städten wie Dnitropetrovsk, Kharkiv, Izum etc. ist ukrainisch kontrolliert betrifft, es gab sicher Proteste und unterschiedliche Positionen, aber den Auslöser hat Igor Girkin gedrückt. Das kann man übrigens auf seinen Quellen auf Russisch nachlesen, er gibt das selbst zu. Auch die RF distanziert sich inzwischen in Teilen von der Politik der Separatisten und derer auf Stalinismus, Zarismus und Imperialismus basierten Politik.
Und ja, ich weiß, dass es in der Ukraine auch Rechtsextreme gibt, hab selber schon unerwünschte Berührungen gehabt, die Sprachen auch Russisch, war ein Typ in Kiew . Freiwilligenkämpfer.
Gefällt mir nicht mehr · Antworten · 1 · 1. November um 15:52 ·  
 
Wolfgang Fercher Sie verstehen nicht, dass es ohne russische Intervention diesen Krieg in der Ostukraine erst gar nicht gegeben hätte.Deswegen liegen Sie im Kern Ihrer Analyse auch so falsch.
 
Wolfgang Fercher Ich muss bei dem was Sie hier schreiben entweder davon ausgehen, dass Sie Sich entweder kaum mit dem Ukrainekrieg befasst haben, oder eben Ihr "Wissen" aus dubiosen Quellen beziehen. Bösartige Propaganda unterstelle ich Ihnen mal nicht.
 
Motte MeierMüller-Thurgau @Wolfgang Fercher auch wiederholtes behaupten einer Hypothese beweist diese nicht. Auch der Diskurs darüber wer sich jetzt selbsternannt auskennt oder nicht ist endenwollend sinnvoll. Belassen wir es einfach dabei, dass Sie Recht haben. Ich entschuldige mich dafür mich offenbar vollkommen unkritisch in den falschen Medien zu wenig mit dem Ukrainekonflikt beschäftigt zu haben und trotzdem eine Meinung zu diesem Thema geäußert zu haben. Ich hatte, dank Ihrer Aufklärung offenbar eine falsche Meinung gepostet, da ich Informationen hatte, daß die US/NATO die Russen aus dem Schwarzmeer verdrängen wollten um u.a. den Nachschub für Herrn Assad u.a. zu unterbinden. Diese Strategie hätte sicherlich in keinem Fall dazu geführt, daß es zu kriegerischen Auseinandersetzungen auf der Krim gekommen wäre. Aber, da jetzt klar ist, daß die Russen vollkommen grundlos und imperialistisch die Ukraine überfallen haben ist ja endlich die Schuldfrage gelöst. Allein - in jedem anderen Szenario wäre mit mehr Opfern zu rechnen gewesen - außer, die russisch Schwarzmeerflotte hätte sich selbst versenkt und darauf der US/NATO dabei geholfen Sewastopol in einen NATO/US Stützpunkt umzubauen.
 
Motte MeierMüller-Thurgau ...aber auch all dies ist durch NICHTS zu beweisen! Aber diese Hypothese macht mir das Verhalten einiger in der Logik der Macht erklärbarer. Natürlich weis ich vieeel zu wenig wer konkret Schuld ist. Aber Schuld ist in der Machtpolitik eine Dimension für Verlierer.
 
Wolfgang Fercher Motte MeierMüller-Thurgau Sie argumentiere ja absurder als ich dachte,...vor allem Sie machen den einen Fehler, den Viele machen - Sie vergessen völlig, dass es die Ukraine als souveränen Staat seit 91 gibt - Sie argumentieren so, als ob die Ukraine immer noch Teil Russlands wäre - diesen Fehler hat auch kürzlich der Historiker Karl Schlögel eingestanden - Sie können Sich also in bester Gesellschaft wähnen, bloss er hat seinen Irrtum in seinem letzten Buch eingesatnden,...
 
Motte MeierMüller-Thurgau Ich weiß leider nicht wie absurd sie gedacht haben?! Austausch von Argumenten hat m. E. nichts mit Wertung zu tun, da diese ein sehr einseitiges Kommunikationsverhalten darstellt. Jetzt wissen Sie schon wieder was richtig und was falsch ist - jetzt mach ich sogar in meiner Absurdität sogar noch alles falsch - mhmm? Wenn wir jetzt noch die Sonderstellung der Krim in der Ukraine weg diskutieren und das die Souveränität von Staaten durchaus der Interessenlage von Super- und Lokalmächten unterliegt (vergl. Irak, Iran, Serbien, Syrien, Lybien, Sudan, Ägypten, Panama, Grenada, etc), dann wirds wirklich absurd. Und da sind schon ein paar Gustostückln puncto Feindbildgenerierung dabei. Und sowas braucht man einfach für einen ordentlichen Krieg. Ich wünsche uns allen, daß ich zu absurd/negativ/einseitig/destruktiv denke und dass Herr Putin einfach der Oberhalunke ist, der uns friedliebende Westler nicht in Ruhe unsere Freiheiten genießen lässt. Wahrscheinlich wollen die USA uns mit TTIP auch nur vorweihnachtlich beschenken. Jeder der anderes denkt ist abstrus!

DI Mathias Gruböck                                                      Tarifa, 02.11.2015
Unternehmens- und Organisationsberater

Mutti kocht im Netz



Motte MeierMüller-Thurgau Also, wenn Daten wirklich der Rohstoff der Zukunft sind, dann schicken unsere PoliterInnen diese aber sehr freizügig über den Teich - da passen Aussage und Handeln so gar nicht zusammen! Sind wir per Dekret eine Datenkolonie und die Politik ist ganz verzweifelt weil wir nicht schnell genug liefern?
Motte MeierMüller-Thurgau Eindimensional richtig - wenn man in Betracht zieht, daß "Mutti" einige Töpfe am kochen hat und ihr die Freunde von der Datenweltmacht in ihren VW-Topf und UEFA-DFB Topf weiter spucken werden wenn sie nicht schleunigst NSA-UA abdreht und Datentransferpipes wieder unreguliert auf dreht, kann man sich vielleicht vorstellen, dass Mutti den Datentopf nicht ganz unpriorisiert anbrennen lässt. Die Daten mit denen die Amis die Deutschen zur Zeit in der Pfeife rauchen haben sie ihnen zum Teil selbst geschickt. Ist einfach wenn man nur den deutschen Rechtsstaat ins laufen bringen muss und die Deutschen/Europäer machen sich nach allen Regeln der Justizkunst selbst fertig. Geb ihnen ihr TISA/TTIP und ihre Daten und das Öl/Gasgeschäft und flugs dürfen die deutschen Autos/Banken oder französischen Banken wieder sanktionslos agieren. Hört doch Mutti mal genau zu: Das sind die Ressourcen der Zukunft - zumindest die Macht in der Zukunft - und die wollen die Amis haben. Wenns die Europäer/Deutschen nicht auf die Nette tun, dann eben mal mit wirtschaftlichem Waterboarding (Polizeidaten, Swiftdaten, Passagierdaten, BND-Filter, HNA-Königswartedaten, u.v.a.m) 

Die deutsche Unternehmervertretung drängt jedenfalls auf eine rasche "Safe Habour"-Verordnung 2.0. Warum wohl?


DI Mathias Gruböck                                                          Cadiz, 03.11.2015
Unternehmens- und Organisationsberater

01 November 2015

Ende der Problemverlagerung


Sorry - ein ordentlicher Plan benötigt belastbare Grundlagen. Eine weitere Politik, die sich mit Wording-Fragen beschäftigt (Zaun-Gitter-Laserlichtprojektion) wird nichts helfen. Die Menge an Wurstelei ist wirklich krebserregend und staatszersetzend. 

1. sind 90% keine Flüchtlinge, da diese nur durchreisen wollen. Durchreisende benötigen auf der ganzen Welt gültige Dokumente. Wenn nicht müssen sie von gesetzeswegen angehalten werden. Falls sie dann Asyl beantragen, darf man sie aus Menschlichkeit nicht in das sichere 3. Land abschieben aus dem sie gekommen sind. Also muss man, wenn man sein Wort hält und alle Flüchtlinge weltweit willkommen heißt, diese auch aufnehmen. Die erste Entscheidung die hier ehrlicherweise getroffen werden muss ist ob man den Flüchtlingen "nur" Asyl gewährt oder ob man sie als Migranten integrieren will. Daraus folgen sofort weitere Vorgängermodelle: Für den reinen Asylzugang könnte man z.B. in Allentsteig große Lager bauen und die Flüchtlinge bis zu ihrer Rückkehr in ihre Heimat unterbringen. Bei einer Integrationsentscheidung müsste man ebenfalls einen Zahlenrahmen beschließen der als Planzahl pro Jahr festgelegt wird - und was man mit Asylwerbern macht die über diese Zählen hinausgehen. Als Kompromissvariante kann man auch parallel beide Zugänge fahren (was die größtmöglichen Aufnahmekapazität ergäbe - aber das Problem der "Verteilungsgerechtigkeit") Eines dürfte jedoch langsam klar werden: Das Ende der sozialromantischen Vorstellung, dass man zu allen Menschen gleich "gut" sein kann und es keine Konsequenzen bezüglich der "eigenen" Bevölkerung hat. Genauso wie man nicht ein bissal schwanger sein kann, kann man nicht ein bissal alle Menschen rein/durchlassen!
Was sicher nicht geht ist die permanente Problemweiterleitung. Ich kann von keinem anderen Mitglied der EU erwarten, dass es die Probleme lösst, die man selbst nicht lösen kann oder will. Einfache, klare Ansätze sind hier wohl der einzige Weg, allen Beteiligten klare Entscheidungsgrundlagen zu bieten. Wenn es ein Angebot auf Integration gibt, dann müsste man die Menschen gleich in den Lagern im Nahen Osten abholen. Bietet man ihnen ein Asyl an, dann muss man auch ganz klar kommunizieren, dass man diesen Menschen nichts mehr als Sicherheit gewährt. Der Entschluss keine Zäune zu errichten ist sicherlich richtig, aber in Kombination Rechtstaatlichkeit und Sicherheitsauftrag für die eigene Bevölkerung (und die anderer Schengenstaaten) muss man klare Entscheidungen treffen, die über ein undifferenziertes "all refugies welcome" hinausgehen. Jeden Flüchtling muss man ernst nehemen. Und die eigenen Gesetze muss man auch ernst nehmen. Jedes europäische Land muss einfach Hot-Spots-Aufnahmezentren bereitstellen. Auch aus Sicherheitsgründen für die Flüchtlinge kann man sie nicht durch die winterlichen Gegenden kutschieren oder marschieren lassen. Ein Ende des Laisses faire ist angesagt. Man macht deswegen keine "unmenschliche" Politik, nur wenn man ganz klar sagt was Sache ist. "Asyl auf Zeit" und andere Versuche das Thema zeitlich zu verschieben sind nicht wirklich zielführend. Es gibt immer richtige Zeitpunkte Entscheidungen zu treffen. JETZT wäre einer in Flüchtlingsbelangen. Es wurde genug diskutiert. Jetzt ist die Regierung gefragt nicht mehr nur mittelwertiges Problemmanagement zu betreiben sondern wirkliche Entscheidungen zu treffen. Dafür sind sie da - und dafür bekommt man nicht immer den Publikumspreis. 
DI Mathias Gruböck                                                          Tarifa, 01.11.2015
Unternehmens- und Organisationsberater

Rotes Fleisch

Helle Aufregung herrscht über eine Meta-Studie aus 800 verschiedenen Studien zum Thema Fleisch und Fleischverarbeitung. Die WHO hat sich da auch weit aus dem Fenster gelehnt. „Verarbeitetes Fleisch“ ist krebserregend. Kann schon sein. Nur werden hier wieder einmal Äpfel mit Birnen verglichen. Es gibt nicht das „Fleisch“ an sich und es gibt auch keine Studien, die einen wissenschaftlich „reinen“ Einfluss des Fleischkonsums belegen können. Es können hier nur epidemiologische Aussagen getroffen werden – diese lassen aber wiederum keinerlei Rückschlüsse auf die konkrete Beschaffenheit des „Fleisches“ zu. Im Endeffekt könnte man, nach Millionen an versenkten Forschungsgeldern einfach wieder auf ein paar Bauernweisheiten zurückgreifen.

1.) Die Dosis macht das Gift. Wie immer in der Ernährung ist die Menge und die Ausgewogenheit seit Jahrmillionen integraler Bestandteil des Wohlbefinden des Menschen. Mit jedem Vorzeichen.

2.) Die Art wie wir industriell Lebensmittel herstellen und verarbeiten dürfte oft mehr dem Profitdenken als dem Wohlbefinden unterworfen sein. Nur weil es billig in der Produktion ist, muss es noch lange nicht gesundheitsförderlich sein. Dies gilt aber für alle Nahrungsmittel. Pflanzliche Nahrungsmittel die mit massiven Einsatz durch Gifte erzeugt werden, werden dadurch auch nicht per se krebserregend. Allergieauslöser an Teilen von seit Jahrtausenden problemlos verzehrten Nahrungsmitteln festzumachen, um Lebensmittel noch verstärkter industriell zu verändern, deutet wohl eher auf eine bewusste Falschinterpretation von Ursache-Wirkungszusammenhängen.

3.) Die Produktion von Fleisch als Massengut – fast als eine Art Rohstoff - um es dann durch chemische Stoffe als Vertriebsgut geeignet zu machen hat sicherlich Einfluss auf die Volksgesundheit. Traditionelle Haltbarmachung und Fleischverarbeitung wird zunehmend durch „moderne“, kostengünstige Prozesse ersetzt. Für die Qualität der Fleisch- und Wurstwaren ist eine einfache Differenzierung über den Preis sicherlich nicht aussagefähig. Eine weltweite Metastudie wird diese qualitativen und gesundheitsrelevanten Unterschiede statistisch eher ausgleichen als zum Vorschein bringen. Metastudien werden Unterschiede in der Bekömmlichkeit der Verarbeitung zwischen einem traditionellen spanischen Jamonproduzenten, einer italienischen Salami-Produktion, einer waldviertler Speckverarbeitung und einem weltweit agierenden Fleischproduzenten nicht herausfiltrieren können.

Solange es einer Auszeichnung bedarf, wenn man Lebensmittel ohne Giftstoffe produziert (Bio) sollte man sehr vorsichtig mit Studien zur Gesundheitsschädlichkeit einzelner Nahrungsmittel umgehen. Der Medikamenten-, Gentechnologie und Chemieeinsatz in der Landwirtschaft und Nahrungsmittelindustrie fördert sicher nicht die Volksgesundheit. Die jahrelangen Versuche dieser Industrie die Auszeichnung dieser Nahrungsmittel mit wirklicher Information zu verhindern, deutet viel mehr auf das implizite Wissen dieser Industrie über die Auswirkungen auf die Gesundheit der Menschen hin.

Ein viel besseres Instrument als eine „Krebsangst“ zu schüren, wäre die Propagierung der Unterscheidung von Lebensmittel in „unter Einsatz von chemischen Giften erzeugt“ und „ohne chemische Gifte erzeugt“. Diese Unterscheidung würde mehr Krebsarten verhindern als vollkommen schwachsinnge Aussagen wie: „pro 50g verarbeitetem Fleisch/Tag steigt die Krebswahrscheinlichkeit um 18%“. Und der beste Garant für gesunde Lebensmittel ist ein freier und unabhängiger Bauer im Gegensatz zur Strategie der Landnahme durch die Industrie mit der Beschäftigung von Landarbeitern.

DI Mathias Gruböck                                                           Tarifa, 01.11.2015
Unternehmens- und Organisationberater

Überwachung Kontrolle Macht

Im NSA-Untersuchungsausschuss des deutschen Bundestages kommt es, trotz aller Verschleierungstaktiken immer mehr zum Vorschein wie sehr sich die Deutschen (und die restlichen Europäer) selbst daran beteiligen sich gegenseitig zu überwachen und auszuspionieren. Da werden Dossiers von Menschen durch Filtersuchsysteme gefüllt und über jeden der einem anderen in die Macht-Quere kommt, erarbeiten ganze Apparate ganze Baseball-Cards von Schwachstellen und Angriffsmöglichkeiten. Da steht dann alles drinnen. Sexuelle Vorlieben, politische Ausrutscher oder Angriffspunkte, finanzielle Verbindlichkeiten oder sonstwelche vertiefbare Fokuspunkte. Alle wissen das. Schon die Existenz dieser Dossiers in den diversen Geheim- und sonstigen Diensten verändert das Verhalten der Betroffenen. Stell dir vor es gibt jemanden, der alles von dir weiß – manchmal sogar mehr als du dich erinnern kannst – und du solltest gegen diese Gruppen Stellung beziehen! Genauso wirkt das Verhalten vieler. Es gibt auch genügend Beispiele für diejenigen, die durch diese Machenschaften unter die Räder gekommen sind. Ein Gutenberg, ein Edathi, ein Haider, ein Alijev, ein Schwartz, ein Wulff (wahrscheinlich auch ein Köhler (für Insider auch ein Ben Allen, ein Garreth Williams, Assange und Snowden) alle wurden sie überwacht und auspioniert (oder waren selbst Teil des Systems). Zum Teil von den eigenen Diensten, wobei der BND wohl geschichtlich und strukturell eher zu den amerikanischen Diensten zu zählen ist, als dass er wirklich den ureigensten deutschen Sicherheitsinteressen zuarbeiten würde.

Speziell im Fall Edathi kann man sehr schön herausarbeiten, wie die Machtausübung der Gruppen/Länder hinter den Geheimdiensten funktioniert. Aus Wiki-Leaks kann man jede Menge an Beweisen herauslesen, dass die USA jede ihnen nicht gefällige Swift-Transaktion auswerten und über ihre Botschaften und Konsulate direkt Druck auf andere Regierungen ausüben. US-Kreditkartenfirmen sind zudem ein idealer Überwachungsapparat, der schon seit 20 Jahren Transaktionen in Echtzeit nachverfolgen kann. Der BND wiederum holt über seine Spionagefilter die inhaltlichen Details von Bundestagsangehörigen heraus. Wenn diese nun NSU-Stay-Behind Strukturen im Rahmen eines Untersuchungsausschusses untersuchen und auf einige wunde Punkte zu oft draufstoßen, dann wird urplötzlich die Kinderporno-Killerkarte gezogen. Wo da dann nicht die Daten und Informationen hergekommen sein sollen und wie die terminlich so gar nicht mit realen Gegebenheiten zusammenpassen.

Jetzt wird natürlich behauptet, dass dies alles der nationalen Sicherheit dient – und falls diese nicht genügend bedroht wirkt, kommt es urplötzlich zu „Terroranschlägen“. Immer passend getimed und thematisch zugeordnet. Faktum ist, dass zum Beispiel ein Herr von Notz auch aufpassen muss, da man offenbar gegen ihn nichts finden konnte. Bei solchen Personen, die man nicht über den nachgeschalteten Rechtsapparat ausschalten kann, werden meist drastischere Mittel angewendet. Aber offenbar haben diese „Gruppen“ noch alles im Griff und der Herr von Notz und der NSA-Ausschuß kommen nicht den wirklichen kriminellen Akten auf die Schliche. So ein Untersuchungsausschuss ist auch immer eine gute Übung für diese Dienste/Gruppen/Machtanwender um zu schauen, ob sie diese, schon etwas komplexeren politischen Prozesse noch steuern können. Laut der ZDF-Sendung „Die Anstalt“ laufen diese Gruppen kaum in Gefahr den selbstbestimmten gesetzlichen Rahmen zu verlassen. Aber das ist eben so, wenn man das Prinzip der Gewaltentrennung nur aus Grundlagen-Rechtsvorlesungen kennt.

Der fast paranoide Zwang zur Kontrolle von allem und jedem entwickelt sich zunehmend zu einer Bedrohung aus sich selbst heraus. Als erstes bedroht er natürlich die Freiheit. Nach der Freiheit bedroht er die Demokratie und nach der Demokratie den Menschen ganz persönlich. Zum Beispiel bei einem der Lieblingsthemen der Kontroll-Paranoiker, dem Verkehr. Autos, Flugzeuge und Züge – alles wollen und kann sich nicht mehr unkontrolliert von ihnen bewegen. In eine Boeing zum Beispiel dürfen die US-Behörden ganz inoffiziell - offiziell eine Software der Art Drohnensteuerung integrieren. Das kann man testen und ordentlich implementieren. Bei einem Airbus schaut das schon ganz anders aus. Da verhält sich dieser „Kontrollansatz“ eher wie eine Virusattacke. Da kann man keine Implementierungstests machen und einmal in eine libanesische Maschine eingebracht, könnte er sich auch noch nach Jahren beim Überqueren des „haretz israelischen“ Luftraumes beim Einschalten des Autopiloten aktivieren. Muss natürlich nicht sein – kann einfach so eine unkontrollierte Flugbewegung gemacht haben, dass das Heck abbricht. In letzter Zeit häufen sich jedenfalls auffällig die Kämpfe der, immer sehr erfahrenen Piloten mit dem Steuerungscomputer der Maschine. AirAsia, MH 370 und vielleicht auch Germanwing. Wobei bei den Airbussen jedesmal die Katastrophe direkt nach dem Erreichen der Reiseflughöhe und dem Einschalten des Autopiloten beginnt. Bei MH370 zwar ebenfalls zu dem Zeitpunkt, jedoch konnte die Maschinen noch viel länger führerlos (?) herumfliegen – nebenbei, hatte die 777 auch „Kommunikationsprobleme“ so wie es der russische Pilot über dem Sinai auch angegeben haben soll. Auch die Anzahl der Prominenten, die mit 160 km/h durch Paris oder kärntner Dörfer rasen, um dann zu versterben ist nicht gerade unauffällig. Dies ist aber eher die Handschrift eines „ENIGMA II“ Projektes, neben der Vogelbeobachtung eines der liebsten Hobbys der Engländer deutsche Codes zu entschlüsseln. Es gibt hierfür die künstliche Differenzierung zwischen sogenannten White-Hats und Black-Hats – die an sich nur eine vollkommen willkürliche Einordnung darstellt, da Methoden und Werkzeuge noch nie „gut“ oder „schlecht“ waren, sondern nur ihre Verwendung.

Falls dem allem so wäre, wie hoch wäre die Wahrscheinlichkeit, dass eine Untersuchungskommission oder ein Ermittlerteam dies herausfinden dürfte. Der Test mit der VW-Steuerungselektronik und die hysterischen Erfahrungen mit medialen Shitstorm-Technologien und Kommunikationsstrategien deuten eher darauf hin, dass weiterhin nichts gefunden werden wird. Das ist aber eben das Problem mit der Kontrolle – sie zerstört das Vertrauen. Und eines sollte man nie machen: Den Kontrolleuren vertrauen, denn Vertrauen ist ihnen suspekt.

DI Mathias Gruböck                                                            Tarifa, 01.11.2015
Unternehemens- und Organisationberater